Der Segen eines Streits

zwei Ziegen, die sich mit ihren Hörnern ineinander verkeilen

Streiten erhält Freundschaften und Beziehungen. Streiten gehört zum Leben dazu. Gelungenes Streiten will gelernt sein.

Immer wieder treffe ich auf Menschen, die sich scheuen und weigern, einen Konflikt auszuleben. Und immer wieder habe ich erlebt, dass Beziehungen aufgrund dieses Verhaltens auseinander brechen. Dabei liegen in einem zünftigen Streit echte Geschenke.

Als erstes möchte ich einmal beschreiben, was ich unter einem gelungenen Streit verstehe. Oft wird Streit mit einem reinigenden Gewitter verglichen und genau das ist es auch nach meinem Gefühl.

Die Blitze – das helle, sehr elektrische Licht – beleuchten Strukturen und Muster, Machtverhältnisse und Abhängigkeiten einer Beziehung. Wenn wir uns auf einen Streit einlassen, können wir nicht mehr an diesen Mustern vorbei schauen. Scheinbare Harmonie ist nicht mehr möglich. Es wird eine Zeitlang chaotisch, um sich neu zu strukturieren.

Das dazugehörige Donnergrollen sind Emotionen, die sich Bahn brechen. Diese Emotionen haben nach meiner Beobachtung oft zwei Quellen:

    • die aktuelle Beziehung, die aus den Mustern und Verhaltensweisen beider Beteiligten besteht und
  • frühere unverarbeitete und nicht integrierte Erfahrungen mit anderen Menschen, die durch den Konflikt berührt werden.
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Selbstliebe – was ist das eigentlich?

Das Wort "Ich" im Zentrum des Bildes umgeben von Erdbeeren und Gold.

Gestern wurde ich gefragt, was Selbstliebe für mich eigentlich sei. Ich habe darauf zwar etwas geantwortet, bin aber so richtig überhaupt nicht zufrieden mit meiner Antwort. Sie hat viel zu kurz gegriffen und kann leicht missverstanden werden. Und heute geht mir diese Frage nicht aus dem Kopf. Also wage ich einen zweiten Versuch.

Wenn ich über Selbstliebe nachsinne, mir das Wort mit all seinen Bedeutungen und Aspekten durch alle meine Sinne gehen lasse, komme ich zu einer recht kurzen Antwort: Selbstliebe ist alles für mich. Doch das hilft ja keinem weiter, nicht wahr? So gibt es nun eine lange Antwort:

Selbstliebe ist Güte und Nachsicht für mich selbst

Selbstliebe bedeutet vordergründig für mich, dass ich gütig, freundlich und nachsichtig auf mich selbst als Mensch schaue. Ein kleines Beispiel fällt mir dazu ein. Als ich jung war, hatte ich eine Verhaltensweise, die mir nicht gut getan hat. Ich habe auch gemerkt, dass sie mir nicht gut getan hat und dennoch habe ich sie nicht ohne weiteres ablegen können.

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Eine kleine Übung in Selbstliebe – die Erste

eine Schnecke, die sich selbst liebt

Ich habe beschlossen, hier immer mal wieder kleine Übungen in Selbstliebe zu veröffentlichen. Diese erste Übung kannst du immer dann nutzen, wenn du Angst hast. Angst z.B. vor dem nächsten Schritt oder einem Mangel, welcher Art auch immer. Du kannst sie oft wiederholen und auch abwandeln, wie du es brauchst. Und jetzt geht es auch schon los.


Schließe deine Augen und atme sieben Mal tief ein und aus. Bei jedem Einatmen holst du dich selbst zurück in dein Herz, in welcher Dimension, Zeit, in welchen Räumen, wo auch immer du gerade bist. Beim Ausatmen formst du eine Kugel, die mit jedem Atemzug größer und kraftvoller wird. Fülle sie mit einer Farbe deiner Wahl – einer Farbe, die dir hier und jetzt wohl tut. Spüre, wie allein diese Kugel mit der Farbe dich nährt.

Dann bitte deine Angst, sich zu zeigen. Spüre in deinen Körper hinein. Wo sitzt sie? Wo spürst du sie? Wie genau fühlt sie sich an? Und wie viel Raum nimmst sie ein? 

Begrüße sie und heiße sie willkommen. Sage ihr: „Hallo, meine Angst! Schön, dass ich dich treffe. Vielen Dank für dein Dasein. Du hast ganz sicher einen guten Grund bei und mit mir zu sein. Ich danke dir, dass du mich so lange beschützt hast. Du bist ein Teil von mir und darfst anwesend sein.“

Lasse ihr all deine Liebe zufließen, die du hier und jetzt für sie aufbringen kannst. Und spüre noch einmal, wie sie sich jetzt anfühlt. Hat sie sich verändert? Wie hat sie sich verändert?

Ja, die Angst ist ein Teil des Ganzen, also ein Teil von dir. Genauso wie noch andere Gefühle und Qualitäten.

So schaust du nun in dir nach dem Vertrauen und lädst es ein, sich zu zeigen. Spüre in deinen Körper hinein. Wo sitzt dein Vertrauen? Wo spürst du es und wie genau fühlt es sich an? Wie viel Raum nimmt dein Vertrauen ein? Was braucht es, um wachsen zu können?

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