Veganismus und blinde Flecken

Rinder tragen das mütterliche Prinzip des bedingungslosen Nährens in sich

Vorneweg möchte ich einige Dinge klar stellen. Zunächst einmal habe ich absolut kein Problem mit vegetarischer oder veganer Lebensweise. Wer sich auf diese Weise ernähren möchte und wem es gut tut, möge dies so tun. Desweiteren gehört aus meiner Sicht alles abgeschafft, was Tiere leiden lässt: Massentierhaltung, die heutige industrielle Art der Schlachtung, Medikamente, das Wegnehmen von Jungtieren, Respektlosigkeit und Unachtsamkeit jeder Art. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.

Den Trend zur vegetarischen und veganen Ernährungsweise empfinde ich als eine Gegenbewegung zur Tierquälerei und das Sich-über-die-Tiere-stellen des Menschen. Das scheint mir wichtig und notwendig. Allerdings nehme ich bei großen Teilen dieser Bewegung den einen oder anderen blinden Fleck wahr. Immer wieder gerate ich in Diskussionen mit äußerst aggressiven Veganern (Vegetarier habe ich bisher eher gemäßigter erfahren). Aggressiv werden sie, wenn ich erzähle, dass ich Fleisch (wenig und ausgesucht) und Fisch (öfter und vorher wild lebend) esse.

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Schutz oder nicht – das ist hier die Frage

ein Gartenzaun

Wer mit Spiritualität in Berührung kommt, stellt sich sicher irgendwann im Laufe seiner Entwicklung die Frage, wie und wann er sich schützen soll. Es gibt ganze Bücher zu dem Thema. Doch schauen wir uns mal genauer an, was hinter dem Gedanken an Schutz liegt.

Für mich gibt es sehr verschiedene Aspekte bei dem Thema. Ich sehe mich gerade hier oft mit der Paradoxie des Seins konfrontiert: Ich bin All-Es und gleichzeitig ein recht begrenztes Wesen, inkarniert in einem menschlichen Körper.

Als All-Es brauche ich keinen Schutz, denn alles, was mir begegnet, ist ein Aspekt meiner selbst.

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Geben ist seliger denn nehmen?

offene Hände mit Gänseblümchen

Geben ist seliger als nehmen?

Seit Jahrtausenden macht uns die Kirche weis, geben sei seliger denn nehmen. Das war ein probates Mittel, um Menschen dazu zu bringen, ihr Geld herzugeben, damit sie denn auch wirklich in den Himmel kommen. Und auch heute glauben noch viele Menschen diesen Satz. Jedes Mal, wenn ich diesen Satz lese oder höre, sehe ich die Moralkeule, die in ihm mitschwingt.

Meine Erfahrung ist da anders. Wenn es niemanden gibt, der annimmt, dann kann keiner etwas geben. Wenn in der Natur die Tiere sich weigern würden, sich etwas zu nehmen (zumeist andere Tiere), dann würden sie glatt verhungern. Da es in der Natur bekanntlich zirkulär zugeht, wäre der Kreis bald ausgestorben. Und auch wir müssen bereit sein, etwas anzunehmen, wenn wir nicht Hungers sterben wollen. Wir müssen Pflanzen oder Tiere töten. (Ich weiß, es gibt Menschen, die nur von Licht und Wasser leben. Gehörst du dazu?)

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