Warum Versuche, Geld abzuschaffen, noch scheitern müssen …

ein überlaufender Wasserkessel inmitten von Blumen

Es gibt Menschen auf der Erde, die das Geld abschaffen wollen. Sie erkennen es als die Ursache des Übels auf der Welt und glauben, dass es besser wird, wenn das Geld nicht mehr existieren würde. Das war in meiner revolutionären Phase lange auch meine Idee. Ich habe es verflucht und nicht verstanden, warum es eigentlich noch existiert. Ohne Geld würde das Leben doch einfacher sein.

Inzwischen weiß ich um unsere eigene Schöpferkraft und habe das Wesen des Geldes ein wenig erforscht. Es ist nicht die Ursache des Übels. Geld ist schlicht und ergreifend zum einen ein Flussmittel. Ein Mensch kann damit, so wie mit seinem Blut im Körper, reine Lebensfreude, Fülle und das Vermögen, Schönheit zu erschaffen, um die Erde von Mensch zu Mensch transportieren oder er kann durch das Bewusstsein der Abwesenheit (was heutzutage jedoch auch gleichzeitig Anwesenheit, nämlich Anwesenheit der Abwesenheit des Geldes, bedeutet) Armut, Krankheit, Tod, Macht und Ohnmacht, Krieg und Leid um den Globus schicken.

Zum anderen ist es ein Mittel, das uns wunderbar unser eigenes Bewusstsein spiegelt.

Ich habe schon oft geschrieben, dass wir an das Thema Geld jede Menge andere Themen gehängt haben. Mit Geld sind Themen wie Leben – Überleben, Macht – Ohnmacht, Schuldzuweisung – Eigenverantwortung, Männlichkeit – Weiblichkeit, Liebe – sexuelle Ausbeutung, Täter – Opfer, Selbstwert und Wertschätzung anderer, bedingungslos Annehmen können – bedingungslos Geben können usw. usf. verknüpft. All diese Themen wollen angeschaut und integriert werden.

Wenn Geld hier und jetzt abgeschafft werden würde, dann wären diese Themen noch immer aktiv. Das “Übel” auf der Erde würde einfach bestehen bleiben. So würden sich wieder Verteilungsmechanismen entwickeln, die eine ähnliche Struktur hätten, wie wir sie jetzt gerade erfahren.

Schon ein bedingungsloses Grundeinkommen würde so manchen Menschen an seine Grenzen führen. Viele von uns haben extreme Schwierigkeiten, Geld geschenkt zu bekommen, ohne sich dabei irgendwie schlecht zu fühlen. Die meisten glauben, sie müssten dafür sofort eine Gegenleistung erbringen. Sie fühlen sich wie Schmarotzer. Und dieser Glaube wird mit der Propaganda gegen z.B. Hartz IV-Empfänger täglich gestärkt.

In vielen von uns sitzen Schuldgefühle. Schuldgefühle und Angst sind es, die Menschen dazu bringen, die absurdeste Arbeit (z.B. in der Rüstungsindustrie oder Zigarettenherstellung oder vieles andere) zu leisten, nur um glauben zu können, sie hätten sich damit verdient, auf der Erde leben zu dürfen.

Das ist der Grund, warum ich z.B. eine schrittweise Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens befürworte. Menschen müssen sich daran gewöhnen und die damit aufkommenden bzw. zutagetretenden Gefühle verarbeiten. Nach und nach gilt es, die eigene Würde wieder zu erlangen, sowohl für die Menschen, die kein oder nur wenig Geld zur Verfügung haben als auch für jene, die das Geld in Unmengen horten und in dem jetzigen Zinssystem ihre Glückseligkeit sehen.

Es geht, so wie ich es sehe, zunächst um eine Umgestaltung des Geldsystems und damit um eine Umgestaltung unserer inneren Beziehung zu Geld und vor allem zueinander, zu uns selbst und zum Leben. Es geht darum, zu erkennen, dass wir unser Leben auf der Erde nicht verdienen müssen. Wir sind das Leben. Wir können es uns gar nicht verdienen.

Es gibt inzwischen Tauschringe. Als ein Versuch und ein Testen von Alternativen empfinde ich solche Ringe als ganz nett und vermutlich bringt es dem einen oder der anderen auch tatsächlich Erleichterung. Doch Tausch ist nicht die Alternative. Aus meiner Sicht wäre ein schlichter Tausch von Waren ein Rückschritt. Geld wurde ja schließlich auch erfunden, um das Tauschen leichter zu machen und nicht ständig ganze Kühe in der Hosentasche haben zu müssen. Nein, DAS können wir nicht wirklich wollen.

Das freie Geben in einen Fluss der Versorgung wäre aus meiner Sicht die echte Alternative. Und das freie Nehmen daraus ebenfalls. Ein Beispiel: Ich backe gern. Ich backe für mich und meine Familie Brote. Wir brauchen nur drei Brote, ich habe aber 10 gebacken. Die sieben, die ich mehr gebacken habe, gebe ich ohne irgendeine Gegenleistung in den großen Topf für alle. Ein halbes Jahr später merke ich, dass ich gerne einen Schaukelstuhl hätte. Im Nachbarort lebt jemand, der für sein Leben gerne Schaukelstühle herstellt. Seine eigene Wohnung ist schon voll davon und er hat aber noch immer jede Menge Ideen für Schaukelstühle und findet seine Erfüllung darin, solche Stühle herzustellen. Also gibt er seine Schaukelstühle, in die all seine Liebe geflossen ist, in den großen Topf für alle. Ich selbst schaue also in diesen Topf und finde den Schaukelstuhl für mich, weil er mit Liebe gebaut worden ist. Ich nehme ihn einfach und lasse nur mein “Danke schön” da.

Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen gepaart mit der Abschaffung des Zinssystems, würden wir einer solchen Vision schon recht nahe kommen. Meine Lieblingsübergangsidee dazu ist hier zu finden: joytopia.net und hier gibt es eine nette kleine Geschichte dazu: JOYTOPIA – Weltweiter Wohlstand in Harmonie mit der Natur – Eine Geschichte von Bernd Hückstädt.

Erst, wenn wir gelernt haben, was es zum Thema Geld und allen daran hängenden Themen zu lernen gibt, erst, wenn wir es verstanden haben und es so fließt, dass jeder Mensch gut versorgt ist, erst, wenn die Idee von einem sofortigen Ausgleichenmüssen nach und nach verschwunden ist, dann kann das Geld verschwinden, denn dann brauchen wir es nicht mehr. Bis dahin wäre meine Empfehlung, zum einen das Geld lieben und annehmen zu lernen und unsere immense Macht und Schöpferkraft zu nutzen, um unsere wundervollsten Visionen in die Realität zu holen.

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

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4 comments

  1. Hallo,
    das Geld ist doch kein Problem.
    das Problem sind doch die Schulden.

    Hätten wir kein Schuldgelssystem, dann gäbe es diese Schulden auch nicht.

    Du schreibst oben, dass die Abschaffung des Geldes die Ursachen nicht behebt – und da hast du Recht.
    Man muss die Schulden abschaffen.
    Dies allerdings muss jeder für sich tun.
    Erst wenn alle (oder zumindest die allermeisten) Menschen ihre Schulden (+Schuldgefühle) aufgelöst haben, kann auch das dazugehörige System (das Schuldgeldsystem) verschwinden.
    Und wir können wieder ein normales gutes Wertesystem/Geldsystem verwenden, welches auch die Benutzer wertschätzt (also nicht ausbeutet).

    lg

  2. Liebe Tanja,
    vielen Dank für Deine Worte. Es stimmt, Geld ist ein großer Lehrmeister. Brauchen wir es (noch)? Ja, sonst wär es ja nicht da. Ich muss es verdienen, um hier glücklich leben zu dürfen bzw. spiegelbildlich ich bin es nicht wert hier leben zu dürfen – wie wahr zu erkennen, dass dies Lüge ist.

    Noch zwei kleine Anmerkungen. Geld ist nicht nur Flussmittel sondern so wie ich es wahrnehme auch zugleich ein großer Verhinderer. Wie viele sinnvolle Dinge können oder werden nicht gemacht, weil kein Geld vorhanden ist oder kein bzw. nicht genügend Geld damit verdient wird. Wie viele mit viel Herzblut betriebene Unternehmungen und Vorhaben gehen unter, weil kein ausreichender „Business Case“ vorhanden ist. Wir erlauben uns Millionen von (jungen) Leuten einfach rumsitzen zu lassen, weil kein Geld für Arbeitsplätze da ist. Was für eine Verschwendung! Ich glaube, es wird eine Explosion von Kreativität und Neuem geben, wenn das Geld eines Tages nicht mehr gebraucht wird und jeder sich einfach mit dem einbringen kann, was er am besten kann. Umgekehrt wird auch vieles wegfallen, was jetzt noch gemacht wird bspw. verschiedene Modelle mit unterschiedlicher oft minderer Qualität – für jeden Geldbeutel eines. Stattdessen eines, dass jeder haben kann mit den bestverträglichsten Qualitäten.

    Neben der Schuld gibt es meiner Meinung nach noch ein wichtiges Lernfeld. Nämlich die Abkehr von der Wertigkeit. Mein(e) Tätigkeit/Beruf/Ausbildung ist mehr (Geld) wert als Deine. Daher verdiene ich auch zurecht mehr. Wer sagt das? Die Tätigkeit von Putzfrau oder Vorstand dienen beide dem Ganzen. Punkt. Keine Wertigkeit – außer wir geben ihr eine. Daher würde, wie Du auch zu recht schreibst, Tausch nichts ändern. Er basiert ebenfalls auf der Wertigkeit der Tauschobjekte.
    Der individuelle Beitrag welcher Art auch immer zum Ganzen – das genügt.

    Liebe Grüße
    Christoph

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