Veganismus und blinde Flecken

Rinder tragen das mütterliche Prinzip des bedingungslosen Nährens in sich

Vorneweg möchte ich einige Dinge klar stellen. Zunächst einmal habe ich absolut kein Problem mit vegetarischer oder veganer Lebensweise. Wer sich auf diese Weise ernähren möchte und wem es gut tut, möge dies so tun. Desweiteren gehört aus meiner Sicht alles abgeschafft, was Tiere leiden lässt: Massentierhaltung, die heutige industrielle Art der Schlachtung, Medikamente, das Wegnehmen von Jungtieren, Respektlosigkeit und Unachtsamkeit jeder Art. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.

Den Trend zur vegetarischen und veganen Ernährungsweise empfinde ich als eine Gegenbewegung zur Tierquälerei und das Sich-über-die-Tiere-stellen des Menschen. Das scheint mir wichtig und notwendig. Allerdings nehme ich bei großen Teilen dieser Bewegung den einen oder anderen blinden Fleck wahr. Immer wieder gerate ich in Diskussionen mit äußerst aggressiven Veganern (Vegetarier habe ich bisher eher gemäßigter erfahren). Aggressiv werden sie, wenn ich erzähle, dass ich Fleisch (wenig und ausgesucht) und Fisch (öfter und vorher wild lebend) esse.

Mir ist bewusst, dass sich Veganer lange Zeit und vermutlich auch immer wieder erklären mussten oder sollten. Das ist vermutlich nicht angenehm. Bitte, ich möchte es hier an dieser Stelle noch einmal klar und deutlich sagen: Mir ist es letztlich vollkommen egal, wie du dich ernährst und du brauchst dich deswegen nicht zu rechtfertigen. Ich bitte dich nur, diesen Beitrag hier wirklich zu lesen und zu versuchen, dass nicht sofort deine Beweisen-, Erklären-, Widerlegenmüssen-Automatismen anspringen.

Einladung

Das erste, was mir immer wieder deutlich auffällt, dass ich immer wieder auf vegane Menschen treffe, die alle fleischessenden Menschen über einen Kamm scheren und nicht gewillt sind, Unterschiede zu sehen. Auf viele Argumente, die ich bringe oder Fragen die ich stelle, wird überhaupt nicht reagiert. Ich bekomme einfach keine Antworten. Und ehrlich gesagt, das nervt mich ziemlich! So werde ich das Gefühl oft nicht los, dass die Liebe und der Frieden des einen oder anderen Veganers beim Menschen aufhören. „Warum,“ frage ich dich, aggressiv vegan seiender Mensch, „warum bekomme ich keine Antworten auf aus meiner Sicht berechtigte Fragen? Ich mache mir Gedanken zu dem Thema, denn das Leid der Tiere beschäftigt mich auch. Warum also können wir nicht in einen freundlichen Dialog treten? Was genau macht dich so unglaublich aggressiv?“ (Es gibt natürlich auch entspannte und tolerante Veganer. Die sind hier nicht gemeint!)

Ich habe ein paar Vermutungen. Und diese werde ich hier mal vorstellen. Es ist eine Einladung, darüber in Kommunikation zu kommen und für dich die Möglichkeit, vielleicht genauer hinzuschauen. Oder auch für mich.

Blinde Flecken

Das erste, was ich zu dem Thema ansprechen möchte, ist meine Vermutung, dass du Moral und Liebe verwechselst. Moral sagt, wie die Dinge zu sein haben. Sie müssen in das eigene Bewertungssystem passen und alles, was da raus fällt, wird verurteilt und mitunter bekämpft. Liebe geht ins Gespräch, hört zu, versteht und ist tolerant. Sie kommuniziert mit jedem Lebewesen: mit Menschen, mit Tieren und mit Pflanzen. Denn um all diese geht es schließlich. Ach ja, Mutter Erde hat da sicher auch den einen oder anderen interessanten Gedanken zu sagen.

Der zweite Punkt, den anzusprechen ich wichtig finde, ist unerlöste Täterschaft. So wie ich es wahrnehme, haben die meisten Menschen in ihren vergangenen Inkarnationen verschiedenste Rollen eingenommen. Auch die Rolle des Täters. Es wurde (und wird) gefoltert, gemordet und so weiter. Viele Menschen wollen das nicht mehr. Und viele leiden unter schweren und unerlösten Schuldgefühlen aus vergangenen Inkarnationen. Sie lehnen jegliche Gewalt, alles, was auch nur ansatzweise in Richtung Aggression geht, ab. Und erkennen dabei nicht, wie aggressiv sie genau durch diese Ablehnung werden. Doch wenn tatsächlich alles eins ist, dann sind wir alles. Und wenn wir alles sind, dann sind in uns selbst sowohl Täterschaft als auch Opferschaft als auch das Herausgetretensein aus dieser Polarität vorhanden. Lehnen wir einen Teil davon ab, bleiben wir in dem Spiel gefangen und erhalten es auf diese Weise in der Realität.

Und so komme ich zum dritten Punkt. Die eigene Angst vor dem Tod. Wie sehr hast du dich mit dem Thema Tod beschäftigt? Ist er ein Teil deines Lebens? Hast du mit Vater Tod schon mal geredet und kannst seine Geschenke erkennen? Lädst du ihn ein, aktiv in deinem Leben zu wirken, wo immer es sinnvoll ist? Ich glaube, dass der eine oder die andere Veganerin ein fettes Problem mit dem Tod hat und es schlicht und ergreifend auf die Tierwelt projiziert. So wie ich Tiere erlebe, haben sie längst nicht so ein Problem mit dem Tod, wie wir Menschen, denn sie sind bei weitem nicht so ins Vergessen gegangen wie wir. Sie wissen, dass der Tod kein Zustand, sondern ein Übergang ist. Und mit „wissen“ meine ich, dass sie es nicht nur intellektuell nachvollziehen können, sondern dieses Wissen ist in jeder ihrer Zellen aktiv. Ich gehe später auf dieses Thema nochmal ein. Denn es geht ja durchaus auch um die möglichst freiwillige Wahl des Zeitpunkts für diesen Übergang. An dieser Stelle hier geht es mir noch immer um die Frage, warum manche Veganer überaus aggressiv auf Fleischesser reagieren.

Und einen vierten Punkt möchte ich noch ansprechen. Und das ist eine latente Arroganz und Ignoranz. Meist handelt es sich bei Veganern um Veganerinnen, die eher jung sind und einen höheren Bildungsabschluss besitzen. Sie kommen also eher aus einer sozialen Schicht, die nicht unbedingt am Hungertuch nagt. Eine vegane Ernährung bedeutet zumeist, mehr Geld für Essen ausgeben zu müssen. Als Single, die keine Verantwortung für andere Menschen (z.B. Kinder) hat, kann man das ggf. auch mit einem nicht so hohen Einkommen realisieren. Doch z.B. eine alleinstehende Mutter in Mecklenburg hat bis vor der Einführung des Mindestlohns in Deutschland mit einem normalen Job ohne Studium vielleicht 1100 Euro brutto verdient (und das war eher viel!) (kostenlose Überstunden wurden erwartet). Heute bekommt sie vielleicht 1400 Euro brutto. Von dem Gehalt wird es schwierig, hungrige Mäuler vegan und natürlich biologisch zu stopfen. Deinen moralischen Anspruch, liebe Veganerin und auch lieber Veganer, über alle anderen Menschen einfach drüber zu stülpen, ohne dich vielleicht auch mal in die Lebenssituationen eben jener anderen Menschen hineinzuversetzen, empfinde ich als anmaßend und … nunja … eben als aggressiv.

Fragen

Zu dem Thema Veganismus stellen sich mir zudem einige Fragen, die bisher keine Antworten bekommen haben.

Die erste Frage bezieht sich auf Ernährung. Wieso wird oft davon ausgegangen, dass für jeden Menschen die gleiche Ernährungsweise sinnvoll und gesund ist? Diese Art der Gleichmacherei wurde lange Zeit durch die Wissenschaft getan (Normen in Bezug auf allerlei Werte). Warum wird so etwas durch die vegane Szene bestärkt? Dauernd kommen mir enährungsphysiologische Untersuchungen unter. Und manche zum selben Thema. Was soll ich sagen … die eine kommt zu dem einen Ergebnis und eine andere zu einem anderen. Dabei ist doch schon längst bekannt, dass die Erwartung des Beobachters das Ergebnis einer Untersuchung beeinflusst und zwar auf quantenphysikalischer Ebene. Mehr dazu bei Wikipedia. Und hier haben wir ein wunderbares Video dazu:

So ähnlich sich die Körpersysteme der Menschen auch sind, so unterschiedlich sind auch. Der eine mag ohne tierische Nahrung auskommen und sich pudelwohl fühlen. Die andere braucht vielleicht aber tierische Nahrung. Ich z.B. habe mich mal vier Wochen vegan ernährt und war schlicht und ergreifend dauerhungrig. Ich brauche zumindest Butter, Eier und ich möchte gerne Milch in meinen Kaffee haben.

Ich lese oder höre auch immer wieder die Aussage, dass Fleisch energetisch schlecht sei und Menschen am sogenannten Aufstieg behindern würden. Das kann ich für mich nicht bestätigen. Selbstverständlich schwingt Fleisch von Tieren, die in Massentierhaltung gefangen waren, die vollgepumt sind mit Antibiotika, Stress- und Angsthormonen, entsprechend. Doch das ist bei Pflanzen nicht anders. Tiere, die frei leben durften oder Rinder, die auf einer Weide gelebt haben, Kühe, die ihre Kälber behalten durften, denen mit Achtung, Liebe und Respekt begegnet wurde, schwingen deutlich anders. Ich spüre Kraft aus einem solchen Stück Fleisch in mich hinein fliessen. Und es hindert mich gar nichts an meiner spirituellen Wahrnehmungsfähigkeit oder am mich hinaufschwingen. Wie kommt es also zu solch einer Aussage? Worauf basiert sie?

Und noch eine weitere Frage beschäftigt mich. Wie sieht es mit dem natürlichen Kreislauf aus? (Massentierhaltung, Fisch-KZs u.ä. verstehe ich natürlich nicht unter natürlichem Kreislauf!) Ich stelle mir vor, dass auch all die anderen fleischfressenden Wesen auf unserem Planeten plötzlich moralische Skrupel bekommen und beschliessen, mit dem Fleischfressen aufzuhören. Kein Tier tötet mehr ein anderes, um leben zu können. Wie würde unsere Erde innerhalb kürzester Zeit wohl aussehen? Ehrlich: Ich möchte es gar nicht wissen! In meiner Vorstellung herrschen Tod, Krankheit, Verwüstung vor bei diesem Gedanken. Auch hierzu gibt es ein Video, das ich sehr beeindruckend finde:

(Und auch in diesen Blogbeitrag von Felix Olschewski auf Urgeschmack finde ich wichtige Gedanken zum Thema.)

Allein, wenn Vögel und Spinnen in Deutschland aufhören würden, Insekten zu fressen, würden wir innerhalb eines Jahres in einer 20 cm dicken Schicht aus Insektenkadavern waten. Wir sind inzwischen sieben Milliarden Menschen. Das ist ne Menge. Hast du, lieber Verganer, wirklich mal über die Konsequenzen nachgedacht, wenn tatsächlich alle Menschen deiner Forderung nachkommen würden?

An dieser Stelle wird oft das Argument vorgebracht, dass Menschen ja besser sein sollten als Tiere. Auf der anderen Seite wird aber gleichzeitig gesagt, dass kein Leben mehr wert sei als ein anderes. „Warum also, sollte für Pflanzen etwas anderes gelten als für Tiere oder Menschen,“ frage ich dich. In der Tat geht es mir so, dass ich Pflanzen als lebendige Wesen wahrnehme, mit denen ich sprechen kann. Es gibt Zeiten, in denen Pflanzen mir sagen, dass ich von ihnen gerade jetzt nichts abschneiden möge und es gibt Zeiten, da freuen sie sich, wenn ich mich bei ihnen bediene. Und genau das stelle ich bei Tieren auch fest. Ich komme aus dem Dilemma des Tötenmüssens, um leben zu können, nicht heraus. Ob es sich dabei um ein Tier oder eine Pflanze handelt, ist für mich nicht sehr entscheidend, denn für mich bleibt töten töten. Viel entscheidender ist für mich die Frage nach dem davor!

Die Reise zum Deva der Rinder

Wie gesagt, mich beschäftigt das Thema auch. Ich möchte nicht, dass Tiere wegen mir leiden. Also bin ich mal zum Geist der Rinder gereist und habe auch andere Schamanen eingeladen, mal ins Gespräch mit jenem Geist zu gehen. Hier gibt es zwei voneinander unabhängige (an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten ohne vorher gelesen zu haben, was der andere erfahren hat) Reiseberichte:

Reisebericht von mir selbst:

Als erstes kam der Kollektivdeva der Indianer und hat durch mich den Respekt vor der Natur und eben auch vor den Rindern in das Kollektivfeld der Menschen insgesamt fließen lassen.

Als zweites kamen die Rinder und sagten, dass sie uns Menschen lieben. Diese spürbare und sehr berührende Liebe ist ebenfalls in das Kollektivfeld der Menschen geflossen. Danach habe ich gefragt, ob ich jetzt konkret etwas für sie tun kann, ob es etwas gäbe, was jetzt am meisten drängt. Die Antwort war, dass es die Kühe wirklich schmerzt, wenn ihnen ihre Kälber so zeitig weg genommen und in Einzelhaltung groß gezogen werden. Ein Teil dieser angesammelten Traurigkeit der Kühe und Kälber ist abgeflossen, so dass sich resonanzmäßig etwas ändern kann. Die Aussage der Kühe war auch, dass sie das weibliche und konkret das mütterliche Prinzip der bedingungslosen Versorgung in sich tragen. Sie wollen den Menschen gerne dienen, doch sie wünschen sich Respekt, Achtsamkeit und Kommunikation. Sie sagten, so wie wir mit der menschlichen Weiblichkeit und Mütterlichkeit umgehen, gehen wir eben auch mit ihnen um. Die Göttin Isis unterstützt die Frauen darin, in sich selbst ihre Weiblichkeit wieder zu achten und zu ehren und eben auch das mütterliche Prinzip der bedingungslosen Versorgung. Ihre Bitte ist, dass sich die Menschen, die sich dazu gerufen fühlen, diesem Thema widmen. Es läuft sowieso schon, doch es darf sich natürlich noch ausweiten.

Das war es bei mir im Großen und Ganzen.

Und hier haben wir den Reisebericht von meinem
Kollegen Matthias Riemerschmid:

So da le, hier mein Beitrag zum Thema Kuh und Mensch: Ich bin einer sehr schönen Kuh begegnet, ein Tier ähnlich wie der Rinderrasse, die von den Massai gehalten wird, schöne große Hörner. Die hat mir erst mal ganz grundsätzlich gesagt, dass der Rindergeist nährt. Er ist sehr mütterlich und gibt eigentlich sehr gerne. Fleisch, Fell, Hörner, Milch, Dung. So ein bißchen wie bei den Natives der Bison. Aber jetzt kommts: der Mensch muß wieder lernen, Bitte und Danke zu sagen.

Hier „switchte“ die Reise zwischen glücklichen Kühen auf Almen, die vom lokalen Bauern versorgt und vom lokalen Metzger geschlachtet werden. Auch Bilder eines feierlichen Almabtriebes mit schön geschmückten Kühen sah ich. Dann immer wieder die riesigen Schlachthöfe, die Qual bei zusammengepferchter Haltung, die Gier des Menschen. Die Kuh verstand das alles nicht, und ich konnte ihr auch nur sagen, dass es wohl in kleinen, unabhängigen Gemeinden und Dörfern besser um sie bestellt ist.

Und dann kam der Hammer: die Kuh ist ein heiliges Tier – das haben die Inder schon gecheckt, und selbst die ollen Germanen – Audhumla hat den Vorfahr der Götter freigeschleckt. Diese Heiligkeit blitz noch bissl in den Ritualen um den Almabtrieb o.Ä. durch, aber hier sind die „primitiven“ Religionen weiter als Industrialisierung und Christentum (letzteres hat mit einen Stein gelegt, damit es heute so ist, wie es ist – leider).

Wir Menschen sollten einfach mal gewahr werden, dass die Kuh was Heiliges, mütterlich-nährendes manifestiert und wieder dementsprechend mit ihr umgehen. DASS wir sie schlachten oder die Milch nehmen, ist nicht so sehr das Problem, das Problem ist, dass wir es nicht mehr wertschätzen. Ich soll das auch ausdrücklich so weiter geben.

Ich habe mich auch mit Schweinen und Fischen unterhalten. Die Aussagen zum Thema gegessen werden und als „Nutztier“ „gehalten“ zu werden, sehen sehr unterschiedlich aus. Auch hier ist es schwierig, alle gleich behandeln zu wollen. Auch dazu teile ich noch zwei Reiseberichte mit euch.

Die Reise zum Deva der Schweine

Reisebericht von mir selbst:

Es war dieses Mal gar nicht so einfach, den Geist der Schweine zu „erhaschen“. Er fühlte sich irgendwie paralysiert und geschockt an. Erst im Verlauf der Reise wurde er präsenter, zutraulicher und offener. Es gibt viel Traurigkeit in ihm.

Im Gegensatz zu den Rindern, wollen die Schweine überhaupt nicht als Nahrung gesehen werden. Dass sie es nun schon so lange erdulden müssen und noch dazu auf diese brutale Weise, steckt wie ein Schock im System.

Schweine sind hoch intelligent, verspielt und tragen tatsächlich das Prinzip „Glück bzw. Glücklichsein“ in sich. Es gibt nicht umsonst das Glücksschwein (beim Klee ist es ebenso 🙂 ).

Mir erschien es tatsächlich auch so, dass die Schweine nicht wirklich „von unserem Planeten“ sind. Mir erschien es fast, als wären sie üblicherweise auf einem anderen Stern oder Planeten zu Hause, wo sie eine ausgesprochen hochentwickelte Spezies sind. Mir erschien es ebenfalls so, dass sie – ähnlich abenteuerlustig wie die Menschen – auch mal Traumatisierung, Abspaltung von sich selbst und Vergessen erfahren wollten. Ich hatte mich tief vor dem Geist der Schweine verbeugt, als Dank, dass sie für uns so viel erleiden mussten. Doch der Schweinegeist verbeugte sich auch vor uns Menschen, weil er es wertschätzen kann, dass wir diese Täterrolle für ihn übernommen haben. Das fühlte sich nach Beginn von Heilung an. Als die Schweine sich auf diesen Weg begaben, hatten sie durchaus Abenteuer im Kopf, waren aber nicht darauf gefasst, WAS sie auf diesem Weg erwarten würde.

Auf meine Frage, was wir hier und heute tun können, bat der Geist der Schweine darum, dass wir Mensche aufhören, Schwein als Schimpfwort zu benutzen. Wir nutzen dieses Wort auf vielfältige Weise für Geringschätzung. Es sind das Glück, die Leichtigkeit und das Verspieltsein, die wir gering schätzen.

Außerdem hat sich der Geist der Schweine gewünscht, dass noch mehr Menschen, sich auf diese Reise begeben. Er braucht mehr Aufmerksamkeit.

Und hier haben wir den Reisebreicht von meinem
Kollegen Matthias Riemerschmid:

So, hier meine „Sauerei“: Ich bin zuerst einigen Ferkeln begegnet, die wohl einer älteren Schweinerasse angehören. Die Ferkelchen sind schwarz, die Muttersau hellbraun/beige. Gefühlt dürfte das eine Rasse sein, die seinerzeit von den keltischen Stämmen gehalten wurde. Die Sau war erst eher unfreundlich, erst im Laufe des Gesprächs (und als ich dann erzählte, dass ich es mit den Elfen habe) wurde sie freundlicher.

Folgendes kam raus: Schweine sind sehr lustvolle, wonnigliche Tiere, die finden irgendwo fast alles geil und genießen das auch (Ansage von der Sau: „Was glaubst du, warum wir 30minütige Orgasmen haben??“). Das wäre eigentlich auch ihre Kraft, die sie uns schenken. Bloss wurde das in den heutigen Schlachtbetrieben geradezu verdreht und pervertiert – aus Lust wird Gier. Die „Rache“ der Schweine: ihr Fleisch bzw. Fettgewebe (?) ist dermaßen mit Histamin und Schadstoffen vollgepumpt, dass das für und Menschen zum Boomerang wird. Auch hier: dass sie geschlachtet und gefuttert werden, macht ihnen nicht so viel aus, das Thema sind die Haltungsbedingungen. Die wollen rumrennen, in der Natur rumschnuffeln und sich freuen.

Als Kontrast habe ich dann einen Wildschweinkeiler im Wald erlebt, der vom Jäger niedergestreckt wurde. Aber er meinte, das sei fairer als die Schweine-KZs da. Jäger hätten noch eine Art Ethos, und er hat davor ein gutes Leben gehabt. Dieser Keiler hat mich dann durch seine Augen sehen lassen, wie es ist, als Wildsau so durch die Wälder zu strolchen – eine ganz einfache Art vom Freude am Sein. Jo, und das war´s dann mit der Reise. ^^ *grunz*

Auch Fische haben mich mehrfach darauf angesprochen, dass sie kein Problem damit haben, verspeist zu werden. Zum Teil – ja, man kann es kaum glauben – haben sie sogar Spaß an dem Jäger-und-Gejagter-Spiel. Natürlich kommt es auch hier wieder auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel an.

Zum Geist der Fische bin ich nicht explizit gereist, denn die Fische haben mich tatsächlich von selbst angesprochen. Und ich habe zwei eindrucksvolle Erfahrungen gemacht, die ich mit euch teilen möchte.

Meine Erfahrung mit dem Deva der Fische

Ich hatte mal einen Freund, der gerne geangelt hat. Allerdings hat er mehrere Jahre hintereinander nichts geangelt. (Später haben wir vermutet, dass es daran lag, dass er den Fischen gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte.) An einem Morgen so gegen 4 Uhr wollten wir eigentlich beide zur Ostsee fahren und er wollte angeln. Doch mir war es zu kalt und ich bin zu Hause geblieben. Ich habe aber den großen Fischgeist gebeten, dass er, falls es einen Fisch gibt, der sich opfern wollen würde, doch bitte an meinen Freund denken möge. Nun, mein Freund kam mit einem sehr leckeren Dorsch nach Hause.

Dasselbe ist nur ein paar Wochen später noch mal an der Nordsee geschehen. Dieses Mal war ich dabei. Mein Freund wollte unbedingt mal einen Wolfsbarsch fangen. Ich habe wieder den großen Fischgeist gefragt, ob es möglich wäre. Wir saßen erst am Strand und dann sagte ich plötzlich, dass wir jetzt los müssen. Wir fuhren also zu der Stelle, wo auch andere Männer angelten. Mein Freund warf seine Angel vielleicht 5 oder 6 Mal ins Meer, als er anbiss. Ein Wolfsbarsch. Voll lecker.

Wenn ich beginne zu erzählen, dass sich Tiere tatsächlich gerne auch mal opfern, um Leben zu schenken, treffe ich zumeist auf Unverständnis und mir wird unterstellt, dass ich mir da etwas einrede. Vielleicht glaubst du das auch. Doch für mich ist es klar, dass es so ist, denn ich habe es nicht nur gefühlt und auf geistiger Ebene wahrgenommen, sondern es haben sich Tiere tatsächlich hingegeben.

Mein Fazit für mich persönlich und meine Zukunftsvision

Ja, ich werde weiter Fleisch essen. Ich werde penibel darauf achten, woher es kommt und soweit ich es im Laden kaufe, verbinde ich mich mit dem Tier, dessen Fleisch ich gerade in den Händen halte und frage, ob es einverstanden ist.

Für die Zukunft wünsche ich mir eine Haltung der Menschen gegenüber Tieren und Pflanzen von Hüterschaft. Behüten wir die Tiere und geben ihnen, was sie brauchen und sich wünschen. Kommen wir ins Gespräch mit ihnen und auch mit den Pflanzen. Treffen wir z.B. Absprachen mit ihnen, dass sie uns Bescheid geben, wenn sie bereit sind, sich uns als Nahrung zur Verfügung zu stellen und fragen wir auch nach, ob wir uns Milch, Samen oder Pflanzenteile nehmen dürfen. Oder lassen wir uns darauf ein, wieder öfter selber jagen zu gehen. Bitten wir doch einfach. Und es wird uns gegeben oder eben nicht. Und wenn uns mal nicht gegeben wird, dann heißt es eben zu akzeptieren, dass uns gerade hier und jetzt nicht gegeben wird. Lernen wir, in Dankbarkeit zu empfangen und in Würde zu geben. Bisher schaffen wir das kaum mit Menschen. Eine größere Herausforderung dürfte diese Art des Lebens wohl mit Tieren und Pflanzen für uns sein. Veganismus (mit blinden Flecken) kann nur ein Anfang sein. Um wirkliche Veränderungen zu bewirken, sind aus meiner Sicht ein tiefes In-uns-selbst-hinein-schauen und die Kommunikation mit allen Lebewesen unumgänglich.

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

1935 Besucher gesamt 1 Besucher heute

24 comments

  1. Interessanter Artikel. Entspricht meinem Gefühl, was du sagst (mit dem Tod und der Täterschaft und dem Sich-hingeben-Wollen). Ich lebe vegan, aber ich hab kein Problem damit, wenn jemand auch mal ein Stück Fleisch essen möchte, sofern er es sozusagen mit Bedacht tut und sich was Anständiges raussucht. (Nur leider sagen es viele meiner Beobachtung nach, dass sie „nur tolles Fleisch“ nehmen – und gehen dann zur Metro oder zu Edeka an die Massen-Fleischtheke … 🙁 )

    Ich bin jedenfalls sehr froh um diesen veganen Trend, auch wenn er zugegebenerweise mitunter extrem daherkommt – die andere Seite ist ja auch extrem. Dieses ewige Würstchen-Essen auf irgendwelchen Festen und 7mal in der Woche Fleisch morgens und abends, egal woher, gleichzeitig sich nicht bewegen und nur im Bürosessel hängen. Es musste endlich mal eine Gegenbewegung geben. Den Tieren und den Menschen zuliebe – damit sich wieder Vielfalt einstellen kann und man überlegt, wie man sich eigentlich ernähren möchte. Statt wie eine bewusstlose Maschine alles wahllos in sich hineinzustopfen. Gesunde Ernährung bringt Spaß! 🙂

  2. Hallo Tanja,
    ich glaube dass Menschen die so aggressiv werden noch nicht genug aus dem Herzen leben und die Menschen deshalb noch nicht so akeptieren können wie jeder einzelne ist.
    Ich esse seit ca. 3 Jahren kein Fleisch und keinen Fisch mehr und baue das Gemüse so gut es geht selber an. Das Problem ist – ob Tier oder Pflanzen – die Massenerzeugung. Ich bin aber der Überzeugung, jeder sollte das essen was ihm schmeckt. Ich lehne es ab in die Ecke eines Vegetariers oder Veganers gedrängt zu werden. Es soll jeder selbst entscheiden dürfen was er isst – aus welchem Grund auch immer – und jeder soll es so akzeptieren ohne wenn und aber.
    Ich kann auch für mich nicht behaupten nie wieder Fleisch zu essen.
    Solte ich mich mit mit dem Tier auf Seelenebene darauf einigen habe ich sicher kein Problem damit. Zurzeit ist es so, ich esse das was mir schmeckt und für mich gut ist.
    lg Franz

  3. Gefällt mir gut! Als „95%-Veganer“ und „absolut-Vegetarier“ finde ich hier sehr berechtigte Fragen. Wenn man Pflanzen ebenfalls als fühlende Wesen wahrnimmt (und nicht gleich auf „Lichtnahrung“ umstellen will), ergibt sich gerade ethisch ein Dilemma. Insofern sehe ich es ähnlich: Bedeutsamer als der Tod an sich ist das Leben und daher die Frage, wie ein Tier vor seinem Tod gelebt haben darf. In kleinen Details bin ich durchaus anderer Meinung (z.B. sehe ich nicht, dass vegane Lebensweise in irgendeiner Weise teurer sein soll – Im Gegenteil! Ich denke, hier wurde Aldi-Billig-Fleisch-Mentalität veganem Bio-Kaufverhalten gegenübergestellt. Vergleicht man aber vegane Lebensart innerhalb des Kaufverhaltens (also meinetwegen Aldi-billig-Gemüse [ bähh] mit Aldi-Billig-Fleisch – Käufern, bzw Bio-Veganer mit Bio-Fleischessern, ist vegan mit Sicherheit nicht teurer!)
    Eine Frage fehlt mir zudem (oder habe ich sie überlesen?): Häufig wird „vegan“ mit „Fleischersatz“ gelebt. Dazu werden Produkte produziert und erworben, die a) sehr teuer, b) sehr „industriell“ und damit denaturiert sind. Ob dies im Sinne des „Erfinders“ ist, mag ich bezweifeln.
    Aber wie gesagt, in seiner Summe ein lohnenswerter Artikel!

  4. Liebe Tanja,
    vielen herzlichen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Er hat mir jetzt geholfen, mich wieder zurecht zu finden. Zwar habe ich heute in einem Text erwähnt, dass kein Weg daran vorbeiführe, tierische Produkte nicht mehr zu kaufen. Irgenwie habe ich dann aber gespürt, dass ich nicht wirklich dahinter stehen kann. Es hat mich traurig gemacht und ich dachte dann, das sei einfach der Preis, den man bezahlen müsse, um den Tieren zu helfen.
    Ich bin selber mit Hoftieren aufgewachsen und kann bis heute von der grossen Liebe und Wärme dieser Geschöpfe zehren. Ihren Geruch werde ich nie vergessen und wenn ich einen Schluck Rahm zu mir nehme, erinnert mich das jedesmal an das wonnige Gefühl, das ich damals hatte, wenn das Kälbchen getrunken hatte.

    Die agressiven Äusserungen, die mir bei Veganern immer wieder aufgefallen sind, erklärst du auf hervorragende Weise. Ich habe es auch schon versucht, etwas mehr Respekt und Ruhe in das Forum zu bringen, aber es hält nicht lange an.
    Es wäre sehr wünschenswert, wenn dein Votum von möglichst vielen engagierten Leuten gelesen würde. (ja, s is bitzli lang) Ich wollte einzelne Abschnitte überspringen, bin dann aber zurück gesprungen! smile
    Ich werde deinen Text noch ein paarmel lesen. Auch speichern, wenn das geht. Bin ich froh, dass es dich gibt, liebe Tanja und nochmals vielen-vielen herzlichen Dank! Alles liebe Maria

  5. Vielen Dank für den Artikel – für Deine Arbeit überhaupt 🙂
    ich bin stets in guter Resonanz mit Dir und arbeite und betrachte die Welt ganz ähnlich, eher ebenso wie Du – Schwester im Geiste… seit 35 Jahren Vegetarier ( mit hin und wieder Fisch :-)))) ) früher auch „missionarisch“ und heute völlig entspannt. Wenn ich für Kinder mal Fleisch machen „musste“ hab ich es in Dank und Gebet getan.
    Viel Gutes wünsch ich Dir – Möge der Schöpfer in Deinem Herzen tanzen 🙂
    Mit lieben Grüssen, Birgit
    Sundancewarrior der Crow-Indianer
    Medizinfrau
    Grandmother „whipes away tears“

  6. Hallo Tanja!
    Ein wunderschöner und auf jedenfall sehr wertvoller Beitrag. Vielen Dank!
    Besonders berührt haben mich die schamanischen Reiseberichte zu den Geistern der Tiere die sich uns als Nahrung schenken. Diese Worte nehme ich ins Herz und mit in mein Leben.

    ….den ganzen Rest von „Recht haben wollen“ überlasse ich denen die daran Spass haben……! HerzLichst M.

  7. Hi,
    ich finde deine Beitrag sehr interessant und auch sehr reflektiert. Ich konnte sehr viele neue Gedanken für mich mitnehmen.
    Was mir so ein bisschen fehlt ist die Tatsache, dass es sehr vielen Veganern/Vegetariern gar nicht (nur) um Tierleid geht. Das Thema Ernährung und Nahrungsmittelproduktion hat großen Einfluss auf die gesamte Welt. Es gibt sehr viele Gründe Fleisch/tierische Produkte zu boykottieren, die alle ihren Ursprung mehr oder weniger in der Ressourcenverschwendung bei der Produktion von tierischen Produkten (z.B. der Einsatz von 15000 Litern Wasser und 10kg Gereide pro Kg Rindfleisch, grob geschätzt … Pestizideinsatz, Verseuchung von Grundwasser) und der Verteilungsungerechtigkeit auf der Welt (also während Menschen ca. 30% der Menschen kein Trinkwasser hat und 15% der Menschheit hunger … auch wieder grob geschätzt). Die Komplexität und Machtlosigkeit kann Menschen schon mal aggressiv machen (vor allem weil es ja auch viele Fleischesser gibt, die gerne provozieren).
    Und obwohl ich mir recht sicher bin, das Veganer/etarier die Welt nicht retten werden, denke ich auch dass momentan die Gefahr, dass Veganismus das natürliche Lebens- und das Ökosystem ernsthaft bedrohen könnte, bei Null ist. Im Moment wäre es objektiv für die allgemeine Situation der Welt besser, wenn weniger Fleisch gegessen würde und sich mehr Menschen vegan ernähren würde.

    1. Liebe Elisa,
      vielen Dank für deine Gedanken hier! Ja, es gibt natürlich noch viele andere Aspekte, die ich hier nicht beleuchtet habe.
      Ich habe im Laufe des Tages auch beschlossen, nochmal einen genaueren und tieferen Blick in Richtung der fleischessenden Menschen zu werfen, denn ich glaube, auch hier gibt es blinde Flecken, die noch gar nicht so sehr ins Bewusstsein gerückt sind. Und es wäre natürlich auch ganz wunderbar, dann irgendwie Verbindungsmöglichkeiten zu finden, damit es mehr ein Miteinander wird als dieses Gegeneinander, das mir jetzt einfach reichlich entgegen kommt.

  8. Liebe Tanja,
    danke für deine Sicht der Dinge zum Veganismus. Wie du ja geschrieben hast, gibt es so viele Wahrheiten, wie Menschen! Meine Sicht der Dinge bzw. meine Wahrheit ist: wir sind als Menschheits-Kollektiv seit einiger Zeit in einem neuen Paradigma – d.h. wir sind dabei, uns vom Homo sapiens zu Homo Adamus zu entwickeln – viele lieben Wesen in verschiedensten Bewusstseins-Stufen sind hier auf Terra Gaia inkarniert, mit dem Ziel, diese neue Bewusstseins-Stufe zu ent-wickeln – ab einem gewissen Bewusstseinsgrad ist es undenkbar, andere Lebewesen zu töten bzw. zu essen – das hat überhaupt nichts mit Arroganz gegenüber jenen zu tun, welche diese Erkenntnis noch nicht haben – jeder soll (ohne jedes schlechte Gewissen) nach seiner inneren Stimme und seiner Geschwindigkeit agieren – allerdings habe ich den Eindruck, dass man als Veganer/in öfters ziemlich mitleidig angeschaut wird… Ich hoffe von Herzen, dass wir als Kollektiv das Ziel erreichen werden, keine Lebewesen mehr zu töten. Denn Tolstoi hat bereits erkannt: Solange es SCHLACHTHÄUSER gibt, wird es SCHLACHTFELDER geben! Herzensgrüße aus Tirol, Raziela

  9. Danke für den guten Artikel!
    Ich denke die Wertschätzung steht an oberster Stelle. Was im Moment auf unserer wunderbaren Erden passiert entzieht sich dieser Wertschätzung, der Achtung vor dem Leben und ALLEN (damit meine ich Tier UND Mensch) Geschöpfen, die darauf leben.
    Ich kann nicht behaupten Vegetarier zu sein, allerdings wehrt sich alles in mir, Fleisch (oder Wurst…eigtl jegliche Leichenteile…) im Supermarkt zu kaufen. Ich bin also am besten Wege ein Vegetarier zu werden. Aber nicht aus dem Beschluss heraus einer werden zu wollen, sondern aus einem tiefen Gefühl, das sich mehr und mehr ausbreitet. Ich habe eine Tiefe Verbindung zu der Tierwelt und finde keine Worte für das Leid, welches den Tieren angetan wird und achtlos und unmäßig verschlungen zu werden. Mit jedem Stück Fleisch aus diesem „Produktionen“ (wie kann ein Tier ein Produkt sein) würde ich aktiv dieses Leid unterstützen. In meinem Fall möchte ich auch kein Fleisch aus „glücklicher“ Haltung (obwohl natürlich unverhältnismäßig besser, wenn es darauf reduziert werden würde!) mehr verspeisen. Denn, wenn ich mir vorstelle meine Tierchen glücklich und zufrieden auf meinem Hof aufwachsen zu sehen…möcht ich es doch nicht essen…!?
    Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, was Tag täglich in Form von Massentierhaltungen, Transport Wegen und Schlachthöfen vor sich geht! ?

  10. Ich bin veganerin… mein mann und meine Kinder Fleischesser. Ich selber mache das essen meiner Familie selber, auch wenn mein Mann mittlerweile einen sehr eingeschränkten Fleischkonsum hat, habe ich absolut kein Problem mit Menschen die Fleisch essen. Ich bin auch oft eingeladen wo es nichts veganes gibt…da werde ich dann zum vegetarier… Ich werde oft gefragt von Freunden ob sie etwas besonderes für mich kochen sollen. Meine Antwort ist hier IMMER..“NEIN, mach dass so wie es für dich möglich ist“. Oder man bekommt mal einen Kuchen von einer Freundin gebacken wo Eier drin sind… Hier werde ich nie auf die Idee kommen und diesen ausschlagen. Ob diese Ernährungsweise gesund ist, steht wohl weiterhin in den Sternen. Ich denke alles hat seine Vor-u. Nachteile. Die Menge macht das Gift. Meine Gründe sind schlichtweg die ganze quälerei an den Tieren…Der Punkt, dass man sich als Mensch über alles erhaben stellt und meint man hätte die Macht. Ich mache mir auch große Sorgen um unsere Meere und deren Bestand, Wild-u. Waldtiere die es bald nicht mehr gibt und folge dessen keine intakte Natur, was uns Menschen wiederum auch trifft. Leider habe selbst diskusionen mit Veganern zu führen die nicht verstehen dass ich immernoch Honig konsumiere… Heute, wo der Bienenbestand vor dem Aussterben steht, sind die Imker mit die einzigsten die diesen Bestand vor dem aussterben bewahren können und da veganer zum Wohle der Natur und Tierwelt leben sollten bzw. auch wollen, sollten gerade dies eigentlich verstehen. Man sollte auch als veganer mal über den Tellerrand hinausschaun und nicht nur Tiere sondern auch Natur mit in die Thematik einbeziehen. Danke für deinen super BLOG…. Grüße

  11. Danke für Deinen Beitrag und Deine Sicht auf das Thema. Ich stimme in sehr vielen Dingen mit Dir überein, allerdings denke ich auch, dass die aggressiven Veganer nicht die Mehrheit sind. Die meisten von uns versuchen möglichst nicht aufzufallen um sich unendliche Diskussionen zu sparen. Ich weiß nicht wie oft ich in der Öffentlichkeit eine „Diät“ oder eine „Magenverstimmung“ vorgeschoben habe um nicht sagen zu müssen, dass ich vegan lebe.

    Ich könnte auch nicht bestätigen, dass es teurer ist sich vegan und ausgewogen zu ernähren, was tatsächlich sehr teuer ist sind Bio Produkte wenn sie nicht aus der eigenen Erzeugung kommen. 🙂

    Wir ernähren uns von anderen Lebewesen … soviel ist klar. Aber ich ziehe meine Grenze dort, wo ich es auch selber machen kann. Wenn ich eine Tomate essen möchte, dann kann ich sie selber pflücken, ich kann auch aus einem Samen eine Pflanze ziehen, sie betreuen und sie ernährt mich. Ich bin auch in der Lage die Pflanze zu töten indem ich ihre Wurzeln verwende, mit Respekt und Achtung.

    Ich kann ein Tier versorgen, ihm ein artgerechtes Leben ermöglichen und ich kann bis zur letzten Sekunde bei ihm bleiben. Vor einer Woche ist eines meiner Pferde in meinen Armen gestorben, ich denke nicht, dass ich ein Problem mit dem Tod habe. Aber ich kann kein Tier töten um es danach zu essen. Und ich glaube genau das ist der Punkt, wenn jemand seine Tiere artgerecht hält, sie respektvoll töten um sie dann zu essen, dann ist er für mich auch ein „Fleischfresser“. Aber wieviele von denen die mir erzählen, sie essen Fleisch würden das können.?

    🙂 Karin

    1. Vielen Dank, liebe Karin, für deine Antwort hier!
      Ich möchte noch einmal betonen, dass mir bewusst ist, dass sich Veganer oft verdeitigen mussten und müssen und es vermutlich auch nicht so einfach ist, sich in Gesellschaft mit anderen so zu ernähren wie man es eben möchte. Dass du und die anderen dennoch ihren Weg gegangen seid und den Mut und die Kraft hattet und habt, eure Wahrheit zu leben, finde ich ganz wundervoll, achtenswert und wichtig!
      Und ja, diese Grenze des Selberkönnens gefällt mir persönlich auch. Ich habe für mich beschlossen, dass ich es austesten werde. Ich beginne mit einem Angelschein und schaue, was geschieht.:)
      Alles Liebe dir,
      Tanja

  12. Sehr interessanter Beitrag. Auch ich habe mir zu dem Thema schon den einen oder anderen Gedanken gemacht und auch ich habe schon versucht vegetarisch zu leben – bin aber wohl Fleischesser, wenn auch bewusster als früher und vor allem weniger.

    Die Aggressivität mancher Vegetarier und Veganer kenne ich auch, aber sie begegnet mir nur dann, wenn ich damit in Resonanz gehe. Bin ich entspannt, sind es auch die Veganer um mich herum.

    Ich habe übrigens mal Mutter Erde ganz pauschal gefragt was sie denn von der ganzen Ausbeutung hält und ihre Antwort war: „Ihr müsst alle eure Erfahrungen machen“ – dazu gibts dann wohl nichts mehr zu sagen …

    Gerhard

    1. Grüß dich Gehard,
      ja, diese Erfahrung mit Mutter Erde habe ich auch gemacht. Die Natur allgemein hat uns immer unterstützt, unsere Erfahrungen machen zu können, in all unseren Schöpfungen. So hat sie z.B. dafür gesorgt, Erdöl zu kreieren, damit wir uns dereinst gegenseitig die Köppe dafür einhauen können. Und wenn wir heute also andere Erfahrungen, friedliche Erfahrungen erschaffen wollen, dann unterstütz sie uns wieder und hilft uns einen Weg dafür zu finden. Ja, so hat’s mir mein Lieblingseichenmann erklärt.
      Einen angenehmen Tag dir,
      Tanja

  13. Ein sehr interessanter und guter Beitrag.
    Meiner Meinung nach ist das alles eine Modeerscheinung die in ein paar Jahre wieder durch eine neue inspiration abgelöst wird. Seit es Menschen, Tiere und Lebewesen gibt, wird gejagt um sich ernähren zu können um zu überleben, also was kann, soll da so verkehrt daran sein? Ich bin auch gegen Massentierhaltung und mir tut es weh wenn ich diese Ställe sehe wo sich die armen Tiere gegenseitig Todtreten, ich muss dies auch nicht unterstützen in dem ich mein Fleisch beim Metzger hole wo ich weiss wo die Tiere herkommen, bei uns auf dem Land ist das noch nachvollziehbar.
    Danke nochmals für den guten Bericht
    Kh

  14. Ich kann das Thema bald nicht mehr hören.
    Ich bin Vegetarierin, von einem Tag auf den anderen seit 3 Jahren. Ohne das geplant zu haben wiederstand mir das Fleisch plötzlich.
    Täglich höre ich dumme Witze, Frechheiten oder Sprüch darüber, sogar vom Servicepersonal in Restaurants. Ich solle doch ein Dessert nehmen da habe es kein Fleisch drin. Oder unser Restaurant läuft auch ohne Vegetarier gut, wir sind auf sie nicht angewiesen. Es macht es manchmal schwierig, wenn man mit der Familie essen gehen will ,wo der Rest der Familie Fleischesser sind.
    Ich weiss nicht warum man aus dem ganzen immer so eine Riesen Geschichte macht. Viele Fleischesser fühlen sich auch angegriffen, schon wenn man nur sagt man ist Vegetarier. Das ist die andere Seite, die gibt es auch.
    Was ich nicht verstehe ist, warum macht nicht jeder einfach sein Ding, das was für ihn stimmt?
    Ich esse kein Fleisch, was andere essen oder nicht essen interessiert mich nicht. Das muss jeder einfach für sich selbst wissen.
    Leben und leben lassen.
    Wenn jeder einfach bei sich bleiben würde und den anderen so akzeptieren würde wie er is(s)t , gäbe es viel weniger Ärger. Und das gilt für die Fleischesser und nicht Fleischesser !

  15. Hi Claudia,

    prüf doch mal für dich allein, mit welcher Erwartungshaltung du an Zusammentreffen mit Fleischessern herangehst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich immer dann Stress mit anderen bekomme, wenn ich diesen Stress selber schon mitbringe.

    Mich persönlich tangiert es herzlich wenig, ob jemand Fleisch isst oder nicht und ich werde oft genug von Kollegen und Bekannten gefragt ob ich denn Fleisch esse – wenn wir essen gehen oder ich irgendwo eingeladen werde. Wie auch immer ich antworte, es wird akzeptiert, auch wenn ich mal ne vegetarische Phase einlege. Ich hatte noch nie Diskussionen und Stress, weder mit Vegetariern noch Veganern noch Fleischessern – es sei denn ich bringe den Stress selber mit.

    Bei anderen Themen kann das bei mir schon anders aussehen, aber immer gilt: gehe ich mit einem Thema auf negative Weise in Resonanz, bekomme ich Stress mit meinen Mitmenschen, egal worum es geht. Löse ich solche Themen für mich selbst auf, ist der Stress weg – ohne dass sich die anderen dazu hätten ändern müssen.

    Gerhard

  16. Danke für’s Teilen deiner Gedanken – sehr schön!
    Persönlich gibt es für mich nur EINE Regel: nämlich die der liebevollen Achtsamkeit gegenüber allem Leben. Und das bedeutet: Tier, Pflanze und Mensch. Also auch sich selbst gegenüber. Dh, nicht nur in die Tiere und Pflanzen hineinzuspüren, sondern auch in den eigenen Körper: was tut mir gut? was nährt mich wirklich? Der eigene Körper weiß es besser als alle Ernährungstipps und -trends dieser Welt. Es gibt nicht eine richtige und viele falsche Ernährungsweisen, denn jeder ist anders. Richtig ist, was gut tut und achtsam ist.
    Alles ist Energie, und alles ist mit allem verbunden. Mit diesem Wissen sollten wir auch unsere Nahrung aufnehmen: wollen wir die Energie der Angst, des Leides, Stresshormone etc in uns aufnehmen? Oder Lebensfreude, Frische, Vitalität? Damit beantwortet sich die Wahl der richtigen Lebensmittel von selbst.
    Die Entscheidung trifft jedoch jeder für sich selbst. Niemand sollte versuchen den anderen zu „missionieren“. Viel stimmiger ist es, das auch wirklich zu leben woran man glaubt, und somit ein strahlendes und inspirierendes Vorbild zu sein.

    1. Liebe Monica,
      ich finde deine letzte Aussage, neben deinen anderen Aussagen, wirklich sehr bedeutend. Auch ich finde Vorbildwirkung wichtig und für mich funktionieren Einladungen immer sehr gut. Z.B. eben die Einladung, mal was anderes zu probieren.
      Liebe Grüße
      Tanja

  17. Fressen und gefressen werden- so ist der Lauf der Natur. Von daher ist der Verzehr von Fleisch nichts Unnatürliches.
    Nur haben wir uns mittlerweile sehr weit von ihr entfernt. Viele Menschen haben überhaupt keine Vorstellung mehr, was Natur bedeutet. Und doch sind und bleiben wir stets ein Teil der Natur und auch wenn das Verständnis dafür vergessen worden ist- es ist nicht verloren und schlummert ganz tief in jedem Einzelnen. Der Mensch spürt, dass dieses Leben in der heutigen Zeit nicht richtig ist – und die Energien, die beim Aufeinanderprall von geführtem Leben und ‚richtigen‘ Leben freigesetzt werden, lösen diese Extreme aus. Extreme wie Massentierhaltung und Mißachtung unserer Mitgeschöpfe im Allgemeinen im Gegensatz zu überbordender Tierliebe und dem agressiven Verhalten mancher Veganer.
    Ich bin selbst schon lange aus moralisch- ethischen Gründen Veganer (und war vorher schon sehr lange Vegetarier) – und meine Familie ist es nicht, im Gegenteil. Es tut mir einfach weh zu sehen, was Menschen Tieren antun und zu akzeptieren, dass meine Familie für ihren persönlichen Genuß jegliche Emphatie abschaltet war für mich anfangs sehr schwer zu akzeptieren und dementsprechend dogmatisch habe ich auch reagiert. Aber mittlerweile kann ich dass gelassener sehen, weil ich gelernt habe, das ich größeren Einfluß auf meine Familie habe, wenn ich einfach nur ‚BIN‘. Und tatsächlich denken meine Tochter und mein Mann immer öfter über pflanzliche Alternativen nach.
    Für mich ist der Gesundheitsaspekt unwichtig- ich halte jegliche Ehrnährungsdoktrin sowieso für eine neue Form der Religion (wenn Menschen ihren Glauben verlieren, suchen sie in an den merkwürdigesten Stellen…)
    Persönlich bin ich der Überzeugung, dass diese dramatische Entwicklung Massentierhaltung/ veganer Extremismus eine Lektion ist. Fleisch essen war sicherlich über einen langen Zeitraum für die physische und psychische Entwicklung notwendig, nichts passiert ohne Grund. Aber nun haben haben wie hier das Geschenk der Wahl bekommen – wir leben in einem so üppigen Umfeld, dass wir ohne Probleme auf Fleisch verzichten können. Wir können frei entscheiden, ob wir nach wie vor für unseren persönlichen Genuß (und nichts anderes ist es in meinen Augen) töten wollen, oder ob wir jetzt einen Schritt weitergehen. Denn- und auch dass ist meine persönliche Meinung- solange wir töten, töten wir auch unseresgleichen.
    Auch die Achtsamkeit und der Respekt vor der Kreatur, die ich gedenke zu verspeisen, ändert nichts daran. Im Gegenteil, für mich grenzt es fast schon an Verrat, wenn ich eine Kreatur, die meiner Pflege unterstellt ist, sie hege und umsorge und die mir deswegen unbedingtes Vertrauen entgegenbringt irgendwann töte, weil ich ein leckes Schnitzel in der Pfanne haben möchte…. aber auch dass ist nur meine persönliche Meinung.
    Jeder muss seinen Weg gehen, denn das, was der Einzelne tut, steckt in uns allen irgendwo noch drin, gehören wir doch alle zum großen Ganzen. Aber ich freue mich, zu beobachten, wie sich das Denken langsam, aber stetig ändert…und ich GLAUBE (;) ) fest daran, dass wir bald in einer Zeit leben, wo wir kaum mehr verstehen können, wie wir so leben konnten, wie wir es jetzt tun. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein wunderschönes Wochenende!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Vielleicht interessiert dich auch ...?