Schutz oder nicht – das ist hier die Frage

ein Gartenzaun

Wer mit Spiritualität in Berührung kommt, stellt sich sicher irgendwann im Laufe seiner Entwicklung die Frage, wie und wann er sich schützen soll. Es gibt ganze Bücher zu dem Thema. Doch schauen wir uns mal genauer an, was hinter dem Gedanken an Schutz liegt.

Für mich gibt es sehr verschiedene Aspekte bei dem Thema. Ich sehe mich gerade hier oft mit der Paradoxie des Seins konfrontiert: Ich bin All-Es und gleichzeitig ein recht begrenztes Wesen, inkarniert in einem menschlichen Körper.

Als All-Es brauche ich keinen Schutz, denn alles, was mir begegnet, ist ein Aspekt meiner selbst.

Schutz bei der schamanischen Arbeit mit Wesenheiten

Als begrenztes Wesen, arbeite ich dennoch gerne ohne Schutz, weil ich dadurch am besten spüren kann, mit wem oder womit ich es zu tun habe. Ich kann besser wahrnehmen und mich besser bewegen, wenn ich ohne Schutz auf z.B. eine schamanische Reise gehe.

Das geht allerdings nur deshalb, weil ich keine Angst vor dem Dunkel bzw. dunklen Wesen habe. Ich kann ihre Arbeit, die sie für uns Menschen tun oder getan haben, anerkennen und wert schätzen. Mit bisher allen konnte ich einfach reden und so erfahren, was sie denn eigentlich wollen. Und oft wollen sie ihren bisherigen Job einfach an den Nagel hängen. 😉

Manchmal jedoch begegne ich sehr großen oder mächtigen Wesen, bei denen es mir doch gelegentlich die Luft verschlägt und die mir Angst machen. In solchen Fällen, breche ich die Reise ab und entspanne mich erst einmal. Mir ist dann bewusst, dass es da für mich selbst noch etwas zu tun gibt. Also bearbeite ich als erstes das Thema in mir selbst, bevor ich mich noch einmal auf die Reise zu jenem Wesen begebe. In einigen Fällen ziehe ich dann eine Art Schutzanzug an oder bitte meine geistige Begleitung darum. Doch oft gehe ich auch ohne alles los. Und bisher immer hat die Angst, die ich zunächst hatte, einfach aufgehört, weil ich verstehen durfte, worum es sich handelt und warum das entsprechende Wesen tut, was es tut.

Schutz vor Menschen

Nun ja, wenn sich Menschen unangenehm an mich andocken können, dann stehe ich zu ihnen auf irgendeine Weise in Resonanz. Manchmal macht es Sinn, mich dann zu schützen, um mir in Ruhe das entsprechende Thema anzuschauen und zu bearbeiten. Schutz ist dann so etwas wie ein Psychopharmakum, das dafür sorgt, dass ich erst einmal wieder ruhiger werden kann. Doch das Thema, das mich in diese Situation gebracht hat, sollte ich bearbeiten. Ansonsten wirken Schutz oder eben Psychopharmakum einfach wie eine Droge.

Uns sollte auch bewusst sein, dass wir selbst ganz sicher noch den einen oder anderen Anteil in uns haben (und aus der Sicht des All-Es ohnehin), der ebenso energieräuberisch unterwegs ist. Irgendwann kann uns das auffallen und manchmal auch einfach nicht. Solange alle Menschen damit gut leben können, wird es so bleiben. Gegebenenfalls werden wir schon deutlich darauf hingewiesen, wenn es in unseren Beziehungen kracht.

Schutz der eigenen Wohnung

Wenn es um die eigene Wohnung oder das eigene Haus geht, wird die Sache etwas komplexer. Selbstverständlich hat alles, was mit unserer Wohnung zu tun hat, auf irgendeine Weise auch mit uns selbst zu tun. Das Unangenehme in unserer Wohnung resoniert mit etwas in unserem Inneren. An solche Dinge gehe ich genauso heran wie an Menschen. Ich schaue, was das Thema ist und arbeite entsprechend mit mir selbst und mit dem Geist des Ortes. Manchmal hängen Seelen in den Räumen fest oder Naturgeister beschweren sich oder es geht um Energien, die sich verfestigt haben.

Es kann sein, dass wir diese dinge auch deshalb wahrnehmen, weil wir sie eben einfach wahrnehmen und somit ggf. helfen können.

Das Erlösen alter Themen ist aus meiner Sicht der beste Schutz auch für die eigene Wohnung. Doch wenn wir z.B. in einem Haus mit vielen Mietsparteien wohnen, wirken die Energien vieler Generationen, Menschen, historischen Begebenheiten usw. in den Räumen. Ich bin nicht befugt, all diese Themen zu erlösen. Dann braucht es für die eigene Wohnung einfach eine Art Abgrenzung. In einem solchen Fall reise ich zum Geist meiner eigenen Wohnung und frage, was getan werden kann, um jene Abgrenzung herzustellen. So kann es sein, dass z.B. Spinnenwesen ihr Netz zur Verfügung stellen, sich Riesen vor den Balkon stellen oder Erzengel Michael in die Anschlüsse vom Internet wirkt. Eine solche Abgrenzung sollte immer mal wieder wiederholt werden, wie eine Art Frühjahrsputz.

Schutz von Projekten

So wie ich es wahrnehme, hat auch ein Projekt einen Geist: der Geist eines Projektes. Auch ein solches kann ggf. Schutz benötigen. Doch zunächst einmal verhält es sich hier genauso wie mit allem anderen, das, was mein Projekt „attackiert“, hat mit mir selbst zu tun, schließlich ist das Projekt ein Teil von mir. Also, schaue ich auch hier, was genau das Thema ist und bearbeite es in mir und in dem entsprechenden Projekt.

Und dennoch ist es manchmal notwendig, Projekte, die z.B. geeignet sind, alte gesellschaftliche Strukturen zu ändern oder neue zu schaffen, so dass sich alte auflösen können, zu schützen. Gerade, wenn es sich um ein sehr junges Projekt handelt. Es ist wie ein zartes Pflänzchen, das keimt und sprießt. Es braucht Aufmerksamkeit, Licht und genügend Wasser. Es sollte vor Schädlingen geschützt werden, damit es kräftig werden und Wurzeln schlagen kann.

So wie ich zum Geist der Wohnung reise, reise ich auch zu dem Geist des Projektes und frage, was er braucht, um stark zu werden und an welchen Stellen es u.U. Schutz braucht. So gab es schon mal einen Geist eines Projektes, der gerne ein wenig Muttermilch haben wollte. Es war die Göttin Isis, die ihn darauf hin genährt hat.

Also, Schutz scheint nicht immer gut zu sein. Wichtiger ist es mir, mich mit den entsprechenden Themen zu beschäftigen und sie zu erlösen. Ich nutze Schutz manchmal wie Medizin, um (wieder) in der Lage zu sein, genau hinzuschauen. Und manchmal schaffe ich gemeinsam mit der geistigen Welt die nötige Abgrenzung für Räume, Orte oder Projekte.

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

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