Eine Glitzerabreibung oder Leben in der Mitte

Fräulein Glück aus Duisburg ist glücklich

Auch eine Schamanin braucht hin und wieder eine Schamanin. Ich zum Beispiel. Was für ein Glück, dass ich mehrere Freundinnen habe, die in der Lage sind, so zu arbeiten und die ich ab und an um Hilfe bitten kann! Heute möchte ich von meiner Freundin Sonja Wawrosch, die in Duisburg lebt und arbeitet, und von ihrer vorletzten Reise für mich berichten, denn ich finde ihre Arbeit großartig, jedes Mal erhellend und zumeist auch witzig.

Doch vorher möchte ich noch kurz einen Einschub bringen: Selbstverständlich sollte jemand, der anderen Menschen anbietet, sie auf ihrem spirituellen Weg ein Stück zu begleiten, versuchen, die eigenen Gefühle und energetischen Verknotungen alleine zu bearbeiten. Doch meine Erfahrung zeigt mir, dass dies nur begrenzt möglich ist. Oft genug bin ich betriebsblind oder zu invloviert, um wirklich alle wichtigen Details sehen zu können. Ähnlich wie ein Zahnarzt, der alles dafür tut, kein Loch in seine Zähne zu bekommen, aber vielleicht die eine oder andere Stelle beim Putzen übersehen hat und dann zu einem Kollegen geht. Er geht zu einem Kollegen, weil er mit seinem kleinen Spiegel vielleicht was sehen kann, aber nicht aus jedem Winkel und nicht bis in die Tiefe, wie es eben ein Kollege kann. Und stell dir nur vor, wenn der Zahnarzt versuchen würde, bei sich selbst den Bohrer anzusetzen! Das ginge vermutlich, aber sicherer und leichter geht es, wenn er sich Hilfe holt.

Und so tue ich es hin und wieder auch, wenn ich merke, dass da in mir irgend etwas fest hängt und ich es alleine nicht schaffe, es angemessen zu bearbeiten.

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Die Liebe und ihr Gegenteil

ein Seil mit einem Knoten

In letzter Zeit fällt mir auf, dass sich Widerspruch in mir regt, wenn ich lese, Angst sei das Gegenteil der Liebe. Verstanden habe ich diesen Gedanken noch nie wirklich. Bisher dachte ich mir einfach, dass da vielleicht doch irgendetwas dran ist, was ich eben einfach noch nicht verstehe. Heute merke ich, dass ich es wichtig finde, auf diese Aussage mal einen tieferen Blick zu werfen, denn Sprache ist bewusstseinsbildend und Gedanken formen Realität – zumindest nach meiner Erfahrung.

Eine kurze Definition von Liebe

Was verstehen wir eigentlich unter Liebe? Die meisten von uns denken spontan an Freundlichkeit, emotionale Wärme, Zugewandtheit, Weichheit, Hingabe und an viele weitere angenehme Gefühle und Lebensäußerungen. Hass, Angst, Aggression, Krieg und ähnliches würden wir nicht unbedingt als Liebe bezeichnen.

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Wir rufen dich

ein Garten mit Stühlen

Wie beginnt man eigentlich mit einer Gemeinschaft? Ist es sinnvoll, erst Menschen zu finden, die ähnlich schwingen und gemeinsam einen Ort zu finden? Oder ist es leichter, zuerst einen Ort zu haben und dann jene Menschen einzuladen, die zu einem passen? Ich habe darauf keine Antwort und vermutlich ist es wie immer, mal so und mal so.

Worauf ich jedoch eine Antwort habe, ist die Frage wie ich leben möchte: In einer überschaubaren Gruppe von Menschen, denen die Geschenke, die ein jedes Individuum in sich trägt, wertvoll sind. Ich lebe das Konzept Familie nicht. Das hat sich in meinem Leben einfach nicht ergeben. Ich habe mich auch eine ganze Zeitlang von Menschen fern gehalten, weil ich nicht wusste, wie ich sie je mögen können sollte. Inzwischen weiß ich das sehr gut. Ich habe gelernt mich zu lieben, nachsichtig, freundlich und sanftmütig mit mir selbst umzugehen. Ich kann meine Schattenseiten akzeptieren, meine Wut, meine Aggressionen, meine Ungereimtheiten, meine Konflikte. Ich erlaube mir, dass ich gespürt werde, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Ich bin ganz und das gestehe ich jedem anderen Wesen ebenfalls zu.

Wir sind zweieinhalb. Jan (33), ich (44) und Katze Lillifee Lavender Richter, kurz Lilli (6). In unseren Gesprächen kam die Frage auf, was in uns in Bezug auf ein Zusammenleben in einer Gemeinschaft so fest ist, uns so wichtig ist, dass wir davon nicht abrücken möchten. Wir stellten fest, dass wir recht fließend sind und es eigentlich nur einen Punkt gibt, an dem wir unverrückbar sind: Konfliktfähigkeit und –bereitschaft. Mir persönlich gibt es ein tiefes Gefühl von Vertrauen in eine Verbindung welcher Art auch immer, wenn ich mir sicher sein kann, dass Konflikte gelebt werden dürfen und nach Lösungen gesucht wird. Jan geht es ähnlich. Ihm (und auch mir) ist daneben ein Gefühl von freiheitlichem Miteinander wichtig.

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