Karma – was ist das eigentlich?

eine Schnecke, die sich selbst liebt

Immer wieder lese ich Beiträge, die vermitteln, dass es so etwas wie gutes oder schlechtes Karma gäbe. Wenn ich jemandem etwas antue, dann wird mir u.U. in einem anderen Leben dasselbe angetan. Das ist das Denken, das da lautet: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Meine eigenen Erfahrungen sind anders. Es ist wirklich wichtig, sich die Dinge ganz ganz genau anzuschauen. Und ich bin da sehr pingelig ;)

Es gibt tatsächlich so etwas wie Karma – ein Gesetz von Ursache und Wirkung. Doch Ursache ist immer eine Entscheidung, nicht eine Handlung. Wenn ich z.B. in einer früheren Inkarnation jemandem etwas zu Leide getan habe, dann heißt das nicht, dass ich irgendwann die Vergeltung bekomme.

So “arbeitet” das Universum nicht. Wenn ich mich damals z.B. entschieden habe, wegen meiner Handlung Schuldgefühle zu haben, dann komme ich immer wieder in Situationen, in denen ich Schuld bekomme. Wenn ich aber jemandem etwas angetan habe und zutiefst der Überzeugung bin, dass das vollkommen in Ordnung war und überhaupt keinen weiteren Einfluss auf mein Leben und mein Sein hat, dann ist das genau so. Es hat keinen weiteren Einfluss. Das ist der Weg der bedingungslosen Liebe.

Doch meist haben wir uns für Schuldgefühle, Angst, Hass, Wut usw. entschieden. Und so erscheint es uns, als ob wir durch das Leben selbst Vergeltung bekommen. Doch wir bestrafen uns einfach nur selbst.

Immer wieder heißt es, das Leben sei ein Spiegel. Und ich kann dem nur zustimmen. Doch in der Beschreibung konkreter Situationen heißt es dann, dass ich z.B. Liebe bekomme, wenn ich Liebe gebe. Das ist nicht korrekt. So habe ich es nicht erfahren. Was sehe ich denn in einem Spiegel, wenn ich einem anderen Liebe gebe. Auch der Spiegel zeigt mir, dass ich einem anderen Liebe gebe. Da ist nichts mit selbst Liebe bekommen. Erst, wenn ich mir selbst Liebe gebe, zeigt mir der Spiegel, dass ich selbst Liebe bekomme.

Und ab der Stelle funktioniert das Bild vom Leben als Spiegel auch nicht mehr richtig. Denn ab da, wo ich beginne, mir selbst Liebe zu schenken, bekomme ich auch vom sogenannten Außen Liebe geschenkt. Doch das Außen ist eine Illusion. Ich selbst bin alles. Also bin ich auch all die anderen. Es ist nur logisch, dass ich also auch von “anderen” Liebe bekomme, wenn ich mir selbst Liebe gebe.

Nun könnten einige schlaue Leute sagen, dass es dann ja auch anders herum funktionieren müsste: wenn ich anderen Liebe gebe, muss sie automatisch auch bei mir ankommen, wenn ich auch die anderen bin. Ja, so ist es. Doch um tatsächlich Liebe geben zu können, muss ich vorher mich selbst lieben. Solange ich versuche, durch das Geben von Liebe Liebe zu erlangen, ist es keine Liebe, die ich gebe. Das Universum lässt sich nicht beschubsen.

Karma ist also nicht die Ansammlung von guten oder schlechten Taten aus der Vergangenheit, deren Auswirkungen wir heute zu spüren bekommen (Es sei denn, wir glauben zutiefst, dass diese Aussage wahr ist.), sondern Karma sind unsere Entscheidungen in Bezug auf uns selbst.

Alles ist eins. Wenn ich mich selbst zutiefst liebe, liebe ich ganz automatisch den ganzen Rest der Welt, denn der Rest der Welt und ich sind eins. Und ich persönlich finde, dass dieser Gedanke äußerst beruhigend ist, denn mich selbst zu lieben, erscheint keineswegs so schwierig, wie die Welt in all ihren Erscheinungsformen, also auch Krieg, Gewalt, Folter, Krankheit usw., zu lieben.

Ich weiß, dass diese Gedankengänge verwirrend erscheinen. Das ist das Leben in Paradoxien, wenn alles eins ist.

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

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1 comment

  1. Karma bedeutet Arbeit, Handeln, Tun, und ist also die Folge von Entscheidungen. Allein, es ist nicht so wichtig, was man tut, sondern in welchem Bewußtsein man es tut – du würdest vielleicht sagen mit welchem Grad an Selbstliebe man es tut.
    Gutes oder schlechtes Karma besagt entsprechend, ob die Handlung dazu beiträgt, sich seinem inneren Selbst oder Gott oder All-Es zu nähern oder sich davon zu entfernen.

    Im Westen ist der Begriff Sünde gebräuchlicher, wenngleich nicht minder mißverstanden!

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