Heute will ich mal Mut machen,

Fußabdrücke mit dem Unversum drin

meine lieben Miterdbewohner und Freunde,

da habe ich neulich mit jener meiner Freundinnen gesprochen, die seinerzeit mit dafür gesorgt hatte, dass ich endlich mal richtig runter auf die Erde komme und musste feststellen, dass sie inzwischen recht mutlos geworden ist.

Wie viele andere von uns hatte sie große Hoffnungen auf das Jahr 2012 gelegt. Nicht wenige von uns glaub(t)en auch, dass es einen schnellen, deutlichen Wandel geben würde. Auch ich hatte diese Hoffnung. Zum einen hatte ich diese Hoffnung, weil ich mir für mich selbst bessere Lebensumstände gewünscht habe und zum anderen gab es da in mir noch immer einen Teil, der an derlei Voraussagen geglaubt hat.

Für mich ist es inzwischen vollkommen klar, dass der Übergang Jahrzehnte, vielleicht sogar ein bis zwei Jahrhunderte dauern wird. Das erscheint mir auch logisch, schließlich haben wir Jahrtausende gebraucht, um uns selbst tief ins Dunkel und Vergessen zu begeben. Wie können wir da erwarten, dass das Aufräumen nur ein paar Jahre dauert? Welch ein Stress und was für eine Überforderung nicht nur unserer Körpersysteme wäre das?

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Mail, in der die Befürchtung geäußert wurde, dass es einen großen Krieg geben und das System zusammen brechen würde. Ich habe geantwortet, dass es an uns ist, was wir gemeinschaftlich erschaffen. Legen wir unseren Fokus auf Krieg, Zusammenbruch und Chaos, bekommen wir all das auch. Folgen wir unserer Angst, schüren neue Feindbilder und so weiter, kreieren wir genau das. Legen wir jedoch unseren Fokus auf das, was wir tatsächlich wollen und beginnen damit, neue Strukturen auszuprobieren und aufzubauen, erschaffen wir die Möglichkeit, für die sanfte Ablösung des Alten und ersetzen es einfach durch das Neue.

Noch während ich meine Antwort schrieb, überkam mich das Gefühl, dass das, was ich da schreibe, nicht stimmt. Es fühlte sich so an, als hätten wir in diesem Fall nicht wirklich eine Wahl, sondern eher so, als hätten wir die Wahl eines möglichst sanften Übergangs bereits vor etlichen Jahrtausenden getroffen und egal, wo unser Fokus jetzt liegt, wird es einfach keinen Knall geben. Es wird ruckeln und holprig sein und hier und da auch explodieren, ja. Aber nicht knallen. Natürlich kann mich mein Gefühl täuschen. Doch selbst wenn das so wäre, finde ich diesen Gedanken durchaus denkenswert und auch ausgesprochen beruhigend!

Ich möchte keinen Crash. Ich habe so etwas schon erlebt, nämlich den Zusammenbruch der DDR. Klar, wenn etwas Altes und Ungewolltes geht, ist das erst einmal schön. Doch, wenn keine echten Alternativen vorbereitet sind, es keine Ideen gibt, wie neue Strukturen aussehen und umgesetzt werden können, dann folgen dem Chaos die alten Strukturen in einem neuen Gewand.

Und wer außer uns sollte denn Neues kreieren? Wenn wir meinen, dass uns unsere kosmischen Brüder und Schwestern besuchen und wir ihre Strukturen einfach übernehmen können, was hätten wir dann gelernt? Es käme wieder jemand, der uns sagt, was wir zu tun und zu lassen haben. Nein! Das will ich ganz bestimmt nicht! Dann lieber probiere ich und denke neu nach und probiere wieder und so weiter. Und wenn es lange dauert, dann dauert es eben lange.

Unsere kosmischen Brüder und Schwestern können uns sicherlich den einen oder anderen Tipp geben, wie sie es bei sich machen, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Erde eben die Erde mit ihren ganz eigenen Bedingungen ist. Ich kann ja auch nicht herkommen und deutsche Strukturen über z.B. Kenia überstülpen. Das würde weder den Kenianern gefallen, noch würde es wirklich gut funktionieren. Die Geschichte hat uns das gezeigt und zeigt uns das noch. Versucht haben wir es oft genug. Und jetzt könnten wir mal was ganz Neues ausprobieren: Respekt vor dem, was anders ist und also auch Respekt vor uns selbst.

Also, woher sollen die neuen Strukturen kommen, wenn nicht aus uns selbst? Und wie offen sind wir inzwischen tatsächlich für Neues? Wie gut sind wir z.B. im Annehmen? Viele Menschen tragen noch immer den Gedanken in sich, dass sie sich das Leben auf der Erde verdienen müssten. Vor einigen Jahren z.B. habe ich eine Frau kennen gelernt, die sagte, sie fände die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) absolut notwendig und sinnvoll. Sie hatte eine Bekannte, die wegen einer Krankheit berentet worden war. Die Krankheit war offenbar nicht so furchtbar schwer, so dass sie sich über ihre Bekannte aufregte, weil die jetzt nicht mehr arbeiten müsse. Ich meinte dazu nur, dass ihre Bekannte dann eben schon jetzt ein BGE hätte.

Sich die Dinge im Kopf auszumalen ist eine Sache. Sie umzusetzen und in die Welt zu bringen, ist eine ganz andere Sache. Beim Verwirklichen dessen, was wir meinen zu wollen, stoßen wir an unsere tatsächlichen Grenzen. Wir spüren dann deutlich, an welchen Stellen wir noch Angst oder Schuld oder Vorurteile oder uralten Schmerz zu sitzen haben. Vielleicht merken wir auf dem Weg auch, dass unsere ursprüngliche Idee gar nicht so prickelnd war und wir müssen neu denken. Und eine der größten Herausforderungen überhaupt, scheint mir das Finden einer Möglichkeit, die eigene Individualität und in der Gemeinschaft zu leben. Nicht alle haben dieselben Vorstellungen, wie ein gutes Leben aussieht. Finden wir die Freiheit im und durch den anderen oder glauben wir, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo die Freiheit des anderen beginnt?

So viele Fragen und, so wie ich das sehe, eher recht wenige Antworten. Deswegen wäre mein Vorschlag, unseren Fokus auf all die Menschen und Gemeinschaften zu legen, die bereits Alternativen ausprobieren und aufbauen. Machen wir die Augen auf und sehen bereits existierende neue Geschäftsmodelle (z.B. SEMCO) oder Menschen, die sich um funktionierende Geldsysteme (z.B. Gradido – die Natürliche Ökonomie des Lebens), fern von Schuld und Zins, bemühen, nehmen wir die Veränderungen im Konsumverhalten der Menschen wahr und so weiter und so fort. Überall tut sich etwas. Vielleicht in kleinen Schritten. Doch es tut sich was. Und angesichts dessen, dass der zweite Weltkrieg noch nicht einmal 100 Jahre her ist, finde ich persönlich die Entwicklung ausgesprochen rasant.

Geben auch wir uns in diese Suche und Veränderung hinein! Beginnen wir, uns zu erlauben, Glück und Freude zu empfinden, auch wenn es immer noch so viel Ungerechtigkeit und Leid auf der Erde gibt. Beginnen wir, unser Herz und unseren Verstand zu nutzen, um neue Gefühlsgedanken und Gedankengefühle hervorzubringen. Lassen wir Licht und Dunkel in uns tanzen, um neue Ideen zu gebären! Und stärken wir die Energien auf der Erde, die wir hier verankern wollen, indem wir sie hier und jetzt schon leben und zulassen. Dann stehen diese Energien immer mehr Menschen zur Verfügung, werden immer mehr Menschen davon berührt und erfasst. Dafür brauchen wir weder Außerirdische (laden wir die doch lieber auf ’ne Tasse Kaffee ein) noch weitere Befreiungsmeditationen (außer ggf. für uns selbst) noch eine Erlaubnis von irgendwem.

Genau da, wo du merkst, dass du an einer ganz bestimmten Stelle im täglichen Leben etwas verändern möchtest, fang einfach an! Andere werden dir folgen, wenn dich das, was du veränderst, wahrhaft befreit und glücklich macht. Macht es dich glücklich, strahlst du das aus und ich habe es erlebt: Glück ist ansteckend!

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

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2 comments

  1. Ahoi, liebe Tanja,

    ich habe dein Profil auf jaii! entdeckt und bin dir und deinen Gedanken bis hierher gefolgt. Deinem Text möchte ich nichts hinzufügen – sondern ihn unterstreichen. Du sprichst aus, was ich oft denke, zu dessen Formulierung und Veröffentlichung ich mich jedoch bisher zu erschöpft fühlte.
    Wie du deinen Weg gehst und behauptest, soweit ich das als sensitives Wesen aus der Entfernung beurteilen kann, finde ich bemerkenswert.

    Als Ur-und NeoChristin wünsche ich dir:
    „…, dass er seinen Engeln befehle, dir die Steine aus dem Weg zu räumen, damit sich dein Fuß nicht mehr daran stoßen muss“ – im Vertrauen darauf, dass du das für dich in etwas zu übersetzen weißt, was deinem Weltbild am nähesten kommt.

    Nur Gutes für dich ~ C.

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