Fragen und Antworten zur Meditation „Das brodelnde Meer des kollektiven Unterbewusstseins“

Krafttier Eule

Auf meinen letzten Blogbeitrag hin hat mir ein Leser verschiedene Fragen gestellt. Es entwickelte sich ein Gespräch, das ich für sehr wertvoll halte und an dieser Stelle – selbstverständlich mit seiner Genehmigung – veröffentlichen möchte. Möge es auch für andere Menschen wertvoll und hilfreich sein!


Frage:
Davon ausgehend, dass diese Meditation höchstwahrscheinlich in deiner eigenen Kreativ-Werkstatt entstanden ist, will ich gar nichts sagen, was sie in irgendeiner Weise herabwürdigen könnte, zumal mir die Motivation oder der gegebene Anlass sinnvoll und angemessen erscheinen.

Andererseits leuchtet mir aber nicht ganz ein, wie ich Emotionen gegeneinander antreten lassen soll, wenn sie mir nicht einmal bewusst sind. Ich habe auch keine Idee, wie ich mir das vorzustellen habe. Warum sollte z.B. der Hass die Angst bekämpfen, wo sie doch einander bedingen und derselben Quelle entspringen? Macht man es nicht für gewöhnlich eher so, dass die „negativen“ Gedanken und Gefühle durch ein „positives“ Element ersetzt, bzw. transformiert werden?

Antwort:
Okay … es ist richtig. Diese z.T. uralten Emotionen sind vielen Menschen nicht bewusst. Doch es gibt Möglichkeiten, sie aus dem Unterbewusstsein hoch zu holen. In diesen Zeiten sind sie ja ohnehin bereits aktiviert, denn sonst würde das Meer nicht brodeln. Sie drängen geradezu an die Oberfläche, auch wenn oft immer noch versucht wird, sie im Außen zu sehen (z.B. als Hass, Wut, Schuld, keine Ahnung was noch beim ANDEREN).

Und ja, es gibt natürlich Emotionen, die sich eher ergänzen und nicht gegeneinander kämpfen. Doch in den letzten Jahrtausenden in unseren verschiedensten Inkarnationen haben wir zumeist verschiedene Seiten dieses Themas kennen gelernt. Wir waren mal jene, die flüchten mussten, waren die, die andere dazu gebracht haben, dass sie geflüchtet sind, haben Fremde aufgenommen oder verdammt und bekämpft. Entsprechend haben sich jeweilige Emotionen in uns verankert. Hinzu kommen noch jene Emotionen, die durch Moralvorstellungen unserer Gesellschaft entstehen, wie z.B. „man darf jemandem anderen nicht Schuld geben“ oder „man darf jemand anderen nicht verletzen wollen“ und „hassen dürfen wir sowieso nicht“. Da kann schon mal ein recht kämpferisches und explosives Gemisch entstehen. Im kollektiven Unterbewusstsein wabern dann sämtliche derartige Emotionen von sämtlichen Menschen herum, die die ihren noch nicht zu sich zurück genommen haben, und schon gibt es im Außen recht brenzlige Situationen, die zu solchen Zuständen, wie wir sie momentan in Deutschland haben, führen. Wie innen, so außen.

Frage:
Wenn ich dann auch noch lediglich eine Beobachterposition beziehe, anstatt mich selbst damit auseinanderzusetzen, weiß ich nicht, wie es für mich zu einer befriedigenden Lösung kommen kann, und wozu dann der Schutzanzug, wenn ich mich ohnehin nicht ins Getümmel stürze? Mir ist das ehrlich gesagt alles zu kompliziert, aber vielleicht fehlt es mir auch nur an der entsprechenden Vorstellungskraft.

Antwort:
Der Schutzanzug ist für jene Menschen gedacht, denen diese Art, sich mit ihren Gefühlen zu konfrontieren, nicht so geläufig ist und die einfach Schutz haben möchten. Wie gesagt, es könnte durchaus ein explosives Gemisch sein und dem nicht vollkommen schutzlos ausgeliefert zu sein, erscheint sogar mir persönlich als angemessen, obwohl ich eher jemand bin, die ohne Schutz arbeitet und die tiefe transformierende Arbeit mit Gefühlen, Emotionen und Energien gewohnt ist.

Aus meiner Sicht ist es keine befriedigende Lösung, sogenannte negative Gefühle durch positive zu ersetzen. Aus meiner Sicht ist es angemessen und gehört einfach zum Leben dazu, auch Gefühle zu haben, die wir als negativ bezeichnen. Trauer, Wut, ja auch Hass sind einfach Teil des Lebens. So wie ich es wahrnehme, ist es gar kein Problem, solche Gefühle zu HABEN. Meist führt es erst zu Problemen, wenn wir uns solche Gefühle nicht erlauben und somit wegdrücken, denn dann wirken sie im Unterbewusstsein und erschaffen uns dauernd komische Situationen, durch die sie dann noch genährt werden. Wer es zulässt, eben auch mal ’ne Runde zu hassen, kann sich hinsetzen, die ganze Welt mal gründlich hassen (so ehrt er sich selbst und seine Gefühle, was ein Akt der Liebe ist und eben nichts ausschließt) und hat dann hinterher wieder freie Bahn für Wohlwollen, Verständnis, Liebe usw.

Meine Erfahrung ist es, dass Gefühle sich beruhigen und ganz von alleine ändern, wenn ich sie zulasse. Es ist jedes Mal so gewesen in meinem Leben. Wenn ich z.B. traurig sein zulasse, kann ich diese Trauer sogar genießen, denn sie zeigt mir ja nicht nur, dass ich traurig bin, sondern dass ich z.B. einen Menschen liebe, von dem ich getrennt sein muss oder was auch immer. Das Positive ist dem Negativen also immanent (genauso umgekehrt) und muss von daher nicht extra ersetzt werden. Im Hass z.B. liegt eigentlich genau dasselbe … Liebe. Liebe ist die Ursache für Hass. Manche meinen ja, Hass sei das Gegenteil der Liebe, doch aus meiner Sicht ist das Gegenteil der Liebe eher die Gleichgültigkeit. Hassen kann ich nur jemanden, für den ich starke Gefühle hege. Oder Wut … sie trägt das Potenzial in sich, dass ich etwas ändern werde. Oder …

Fragender:
Für mich wäre die folgende Meditation absolut ausreichend:

Antwort:
Dieses Video finde ich toll. Danke dafür! Wenn es darum geht, sich zu entspannen und in manchen anstrengenden Situationen gelassen zu bleiben, ist das eine großartige Variante.

Ich bin allerdings eine Schamanin und in meinen geführten Meditationen geht es um die tiefe Transformation alter, verstaubter Energien, die sich hin und wieder sehr unangenehm äußern können. Und in diesem Falle geht es auch um die Entlastung und Befreiung des kollektiven morphogenetischen Feldes, das zu solcherlei Brodeleien führt.

Frage:
Und wenn ich mir dann, während dieser einen Minute noch vorstelle, wie sich die Wogen des brodelnden Meeres glätten, habe ich den gleichen Effekt, ohne zuvor Geister rufen zu müssen, um sie im Anschluss wieder ihres Weges zu schicken.

Antwort:
Die Geister rufe ich gerne. Und sie arbeiten auch gerne mit mir zusammen. Das tun sie übrigens auch gerne mit jedem anderen Menschen, wenn sie gefragt werden. Sie sind Kollegen für mich. Wir hier „unten“ auf der Erde machen die verkörperlichten Erfahrungen, haben aber nicht den Überblick wie sie, weil wir uns hier in der Dichte befinden und sie da „oben“ können wunderbar alles überschauen, haben aber keinen Körper zum Fühlen wie wir. Wenn ich sie um Unterstützung bitte, merke ich, wie sich klare energetische Räume öffnen, die ein tieferes, entspannteres und klareres Arbeiten ermöglichen. Und natürlich sage ich zum Schluss danke. Wie bei jedem anderen Menschen auch … 😉

Frage:
Aber alles ist ja bekanntlich Geschmackssache und liegt im Auge des Betrachters. Wie immer kann es auch durchaus sein, dass ich mich total irre, und deine Methode wirksamer ist, als ich dachte.

Antwort:
Also, ich selbst empfinde meine Methode als äußerst wirksam. Manch anderer Mensch auch laut ihrem Feedback (eine Frau meinte einmal „Transformation leicht gemacht“) und das ist doch schon Grund genug, solche Meditationen zur Verfügung zu stellen. Wenn sie dir nicht entspricht, ist das doch auch völlig in Ordnung. Du wirst das finden, was für dich richtig und angemessen ist.

Frage:
Du schreibst im ersten Abschnitt darüber, dass viele Emotionen unbewusst sind, weil sie im kollektiven Feld seit Urzeiten unterdrückt werden, sei es durch Selbstschutz, falsche Dogmen oder anderen Gründen und sie sich im Außen in geballter, meist negativer Energien, wie zum Beispiel durch Kriege, entladen. Das macht Sinn und ich verstehe es auch, wie aber kann ich etwas hervorholen, das ich selbst nicht empfinde? Es wäre ja die Voraussetzung dafür, um mich mit etwas auseinanderzusetzen. Um mich dem Hass zu stellen und ihn auf welche Art auch immer zu „beruhigen“, müßte ich ihn doch emotional spüren. Was , wenn ich das aber nicht tue? Wie ist es möglich, den Hass anderer Leute zu besänftigen?

Antwort:
Okay … das sind zwei Fragen. Frage eins:
Es ist eine Übungssache, die eigenen Emotionen wahrzunehmen. Man muss ja nicht gleich mit uralten anfangen, sondern kann erst mal üben zu spüren, was man hier und jetzt gerade fühlt und sich nach und nach immer mehr öffnen. Viele Menschen haben jedoch auch Angst vor ihren Emotionen aus bereits genannten Gründen und nutzen einen Großteil ihrer Energie, um ihre Gefühle möglichst fern von sich zu halten. Wenn man jedoch wahrhaftig die Absicht hat, sich seine eigenen Gefühle und Emotionen anzuschauen, dann reagiert das gesamte Universum und hilft einem dabei. Es ist sinnvoll bekannt zu geben, WIE man das haben möchte, also was „Kleingedrucktes“ zu formulieren, damit das Universum weiß, in welchen Portionen, wann und wie es das machen soll. Das kann man einmal als Generalaussage quasi als AGB formulieren 😉

Es kann jedoch sein, dass man seine eigenen Gefühle äußerst gut weggeschlossen hat und man nicht mehr weiß, wie man die Tür wieder öffnen soll. In einem solchen Fall kann es sein, dass man einen Seelenanteil abgespalten hat (Das geschieht z.B. in traumatisierenden Situationen oder auch aus Schuldgefühlen oder aus allen möglichen Gründen.). In einem solchen Fall ist es z.B. hilfreich, sich Unterstützung von einem z.B. Schamanen zu holen, der einem den Seelenanteil zurück holen kann. Der Seelenanteil bringt die damaligen weggeschobenen Gefühle wieder mit zurück. Damals war es vielleicht notwendig, den Anteil abzuspalten, damit man überleben kann, weil man einfach keine Möglichkeit hatte, gut damit für sich umzugehen. Inzwischen gab es ja aber Entwicklung und heute hat der Mensch bessere Möglichkeiten, mit den damaligen Gefühlen umzugehen und befindet sich ja auch in einer ganz anderen Situation, so dass er sich den Gefühlen und Emotionen von damals stellen kann.

Vielleicht magst du dazu ja mal mein Märchen „Der kleine Luftballon – ein Märchen über das Ab- und Aufsteigen“ lesen. Das beantwortet vielleicht die Frage, wozu wir uns das so eingerichtet haben, dass wir unsere Seelenanteile abspalten konnten.

In diesen Zeiten wollen unsere Gefühle und Emotionen wieder zu uns zurück. Denn wir sind in einer Zeit des Wandels. Wir kehren zurück in unsere Ganzheit. Naja, da waren wir nie wirklich raus, wir waren nur sehr erfinderisch in Sachen Vergessen. Eine meiner Freundinnen hat dafür ein schönes Bild. Sie meinte, wir hätten ne ganze lange Zeit mit Bauklötzern gespielt, sie aus den Schubladen geholt, alles mögliche ausprobiert und durch die Gegend geschmissen und jetzt ist die Zeit des Aufräumens, damit wir uns anderen Dingen zuwenden können, ein anderes und neues Spiel ausprobieren können, das uns besser gefällt. Das Bild mag ich sehr.

Also … Übung macht den Meister. Man kommt nicht umhin, nach und nach immer mehr Emotionen wahrzunehmen, wenn man den Fokus darauf lenkt.

Zu Frage zwei … den Hass eines anderen Menschen kann man nicht beruhigen, wenn er es nicht will. Dennoch gibt es Möglichkeiten damit so umzugehen, dass einen der Hass nicht mehr trifft.

Die erste und aus meiner Sicht wichtigste Möglichkeit ist, in sich selbst zu schauen, wo der energetische Haken in einem selbst sitzt, der diesen Hass anzieht und wie dieser Haken genau ausschaut. Es kann z.B. sein, dass ich lernen möchte, Hass überhaupt zuzulassen in mir. Oder vielleicht habe ich eine alte karmische Geschichte mit dem anderen Menschen zu laufen und ich darf in mir selbst etwas vergeben oder er und ich haben dasselbe Thema und ich gehe einfach nur in Resonanz, weil wir uns an einer Stelle sehr ähnlich sind.

Wenn der andere Mensch zu einem geistig-energetisch arbeitenden Menschen geht, um sich von seinem eigenen Hass zu befreien, dann WILL er ja selbst seinen Hass beruhigen. In einem solchen Fall kann man natürlich helfen. Ich selbst frage dann die Geister, was genau zu tun ist und wo die Ursache für den Hass bei dem anderen Menschen liegt.

Und wenn es sich um Emotionen in einem brodelnden kollektiven Feld handelt, dann lassen sich nur jene Emotionen durch geübte und selbst in der ganzheitseienden Menschen beruhigen, die von jenen Menschen quasi freigegeben worden sind. Wo sie vielleicht auch unbewusst ihre Zustimmung gegeben haben, dass diese Energien gewandelt werden dürfen. Gerade hierbei ist die Zusammenarbeit mit den Geistern sehr wichtig, da sie eben jenen Überblick haben und mir die Energien zukommen lassen, die gewandelt werden dürfen.

Ich halte gerade in geistigen Angelegenheiten sehr viel von Privatsphäre! Ich lege großen Wert darauf, nicht einfach irgendetwas zu ändern, zu dem andere Menschen noch gar nicht bereit sind, nur weil ich meine, der Welt würde es dann besser gehen. Ein solches Vorgehen zeugt eher von einem eigenen Problem mit irgendwas.

Deswegen halte ich auch nicht viel von kollektiven „Licht“meditationen. Ich halte mehr von Kommunikation, Achtsamkeit und Behutsamkeit auf allen Ebenen. Damit kann man jedes dunkle Wesen um den Finger wickeln und beruhigen. Naja, das ist zumindest meine Erfahrung.

Fragender:
Herzlichen Dank für deine weiteren hilfreichen Erläuterungen. Es ist sehr nett von dir, dass du dir immer wieder auf´s Neue die Zeit für mich nimmst.

Antwort:
Klar nehme ich mir Zeit. Mir sind Menschen wichtig und wenn dem, was ich zu geben und zu sagen habe, so viel ehrliches Interesse entgegengebracht wird, dann freue ich mich einfach.


Auch hier sage ich dem Fragenden noch einmal meinen herzlichen Dank für das entgegengebrachte Interesse und Vertrauen und seine Erlaubnis, dieses Gespräch auf meinem Blog zu veröffentlichen!

Herzliche Grüße
Tanja Richter

Danke schön

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

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