Der Segen eines Streits

zwei Ziegen, die sich mit ihren Hörnern ineinander verkeilen

Streiten erhält Freundschaften und Beziehungen. Streiten gehört zum Leben dazu. Gelungenes Streiten will gelernt sein.

Immer wieder treffe ich auf Menschen, die sich scheuen und weigern, einen Konflikt auszuleben. Und immer wieder habe ich erlebt, dass Beziehungen aufgrund dieses Verhaltens auseinander brechen. Dabei liegen in einem zünftigen Streit echte Geschenke.

Als erstes möchte ich einmal beschreiben, was ich unter einem gelungenen Streit verstehe. Oft wird Streit mit einem reinigenden Gewitter verglichen und genau das ist es auch nach meinem Gefühl.

Die Blitze – das helle, sehr elektrische Licht – beleuchten Strukturen und Muster, Machtverhältnisse und Abhängigkeiten einer Beziehung. Wenn wir uns auf einen Streit einlassen, können wir nicht mehr an diesen Mustern vorbei schauen. Scheinbare Harmonie ist nicht mehr möglich. Es wird eine Zeitlang chaotisch, um sich neu zu strukturieren.

Das dazugehörige Donnergrollen sind Emotionen, die sich Bahn brechen. Diese Emotionen haben nach meiner Beobachtung oft zwei Quellen:

  • die aktuelle Beziehung, die aus den Mustern und Verhaltensweisen beider Beteiligten besteht und
  • frühere unverarbeitete und nicht integrierte Erfahrungen mit anderen Menschen, die durch den Konflikt berührt werden.
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Alois Irlmaier und die drei Tage Dunkelheit

Eine Hand, die mit ihren Fingern die Erde wegschnippt.

Vor kurzem wurde ich gefragt, was ich von

  1. dem A. Irlmaier und seinen Vorhersagen, die ja immer eingetroffen sind,
  2. der 3-tägigen Finsternis, die auf uns zukommen soll,

halten würde.

Tatsächlich habe ich mir schon vor einiger Zeit darüber Gedanken gemacht und hinein gefühlt und bin zu folgenden Antworten gekommen:

  1. Ich gehe davon aus, dass wir Menschen schöpferische Wesen sind. Das heißt, wir erschaffen unsere Realität selbst. Jede Sekunde, jede Minute neu. Zu Zeiten des Alois waren wir Menschen noch sehr unbewusst. Viele alte Traumata aus vielen vergangenen Inkarnationen haben in unserem Unterbewusstsein gewirkt. Wir konnten also quasi keine wirklich bewussten Entscheidungen treffen und somit auch nicht bewusst erschaffen. Wir haben also unbewusst erschafft. Das wiederum heißt, dass sich Realität nicht so schnell geändert hat. Denn die Traumata und alten Erfahrungen führten zu bestimmten Realitäten. So war es tatsächlich möglich, Dinge vorherzusagen, die dann auch eintrafen.

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Der Weg der Mitte

eine Hand, die zwischen fallenden Dominosteinen steht und diese stoppt.

Folgenden Beitrag schreibe ich mit Zustimmung der Frau, um die es hier geht. Vielen Dank für diese Erlaubnis!

Ich schreibe aus dem Gefühl heraus, dass es nicht nur ihr so geht, sondern die eine oder andere Mutter und vielleicht ja auch der eine oder andere Vater vor ähnlichen Herausforderungen steht.

Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Frau, die meine Meinung hören wollte. Es ging um sie und ihren inzwischen jugendlichen Sohn. Ich sagte ihr, ich hätte keine Kinder und wäre mir daher nicht sicher, ob ich die richtige Ansprechpartnerin für sie sei. Doch sie meinte, dass ich vielleicht gerade deswegen die Richtige sein könne.

So erzählte sie mir, dass sie ihren Sohn sehr tolerant erzogen habe. In fast alle Entscheidungen war er schon als kleines Kind mit einbezogen. Inzwischen, so sagte sie mir, wäre ihr klar, dass Kinder in so jungen Jahren auch mächtig überfordert sein können, wenn sie alles mitentscheiden sollen. Es ist gut, als Elternteil auch einfach mal kurz und klar die Richtung anzugeben.

Es ist wie es ist. Das ist die Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Und nun hat sie mit den Auswirkungen zu tun. Ihr Sohn ist es gewohnt, seine Entscheidungen selbst zu treffen und darin unterstützt zu werden. Er hat nicht gelernt, dass es Grenzen gibt bzw. seine Mutter welche setzt. Jetzt wollte er etwas tun, was ihr gar nicht gefällt und wollte ihre Zustimmung und Mithilfe. Sie war nun also in der Situation, dass sie nicht mehr umhin konnte, etwas zu tun, was sie seit vielen Jahren zu vermeiden versuchte: Sie musste „Nein“ zu ihrem geliebten Sohn sagen.

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