Die Sicherheit des Gewohnten

eine Kette im Himmel, die zu Vögeln wird

Ich habe eine Klientin, die sehr ehrlich mit sich selbst und mit anderen ist. Nach einer schamanischen Arbeit mit ihr, erzählte sie mir einige Tage später, dass es ihr besser ginge und mit diesem Umstand zu tun hätte. Es würde einige Zeit brauchen, dass sie sich daran gewöhnt.

Dass ihr das so aufgefallen ist und sie es so klar benennen konnte, fand ich großartig.

Ich konnte dieses Phänomen an mir selber und auch an anderen Menschen ebenfalls immer wieder einmal beobachten. Da gibt es Einstellungen, äußere Umstände, alte Emotionen, die uns nicht gut tun oder gar Angst machen und dennoch verändern wir nichts, einfach aus dem Grund, dass wir diese Angst, Emotionen, Umstände kennen. Durch dieses Kennen, durch diese Gewohnheit erfahren wir – so paradox das auch immer sein mag – Sicherheit.

Es kann tatsächlich so paradox werden, dass wir uns zum Beispiel  in sehr gefährlichen oder tatsächlich unsicheren Situationen befinden und diese uns die Sicherheit des Gewohnten geben. Wir wissen, wie sich die alte Situation, die alten Einstellungen anfühlen. Wir haben auch funktionierende Verhaltensweisen entwickelt und haben psychische und emotionale Werkzeuge und Strategien, mit denen wir auf diese alten Situationen reagieren können. Und wir wissen, wie die Umwelt auf uns in dieser Situation reagiert. All das gibt uns Sicherheit.

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Das wahrhafte Wir

Jede Menge Menschen

Gestern hatte ich ein Gespräch über meinen „Herkunftssternenraum“. Wie ich bereits einige Male erwähnt habe, sind wir dort eine Art Kollektivwesen. Die Grenzen zwischen den Wesen dort sind sehr fließend. Keine/r kann genau sagen, wo er oder sie anfängt oder aufhört. Wir brauchen keine Worte, keine Sprache. Wir wissen einfach, was der andere meint, weil wir die andere sind. Und dennoch gibt es auch individuelle Bewusstseine – einfach, weil wir es so festlegen.

Der Mann, mit dem ich mich gestern unterhielt, meinte, dass wir Menschen ja auch ein Kollektivwesen seien, nur wäre es uns nicht bewusst. Es sei nicht fühlbar. Und er machte mir den Vorschlag, mal zu schauen, welche Strukturen bei uns Sternenwesen für das Spüren des Kollektivs unterstützend wirken, um sie hier, auf der Erde, mit einzubringen.

Für mich ist das eine echte Herausforderung, da wir recht strukturlos sind. Wir erfahren Grenzenlosigkeit, weil wir keine Strukturen erschaffen, keine bzw. kaum Grenzen gesetzt haben. Das Schöne daran ist, dass wir auch keine Strukturen bzw. wenig davon benötigen, um leben zu können. Wir müssen nicht essen auf unserem Planeten, wir müssen uns auch nicht vor Kälte schützen und solche Dinge. Wir müssen nicht wirklich arbeiten. Wir haben keine Rechtsstreitigkeiten, weil es bei uns kein Recht gibt. Wozu auch? Wir spüren doch, was der „andere“ fühlt, wünscht und braucht, weil wir der andere selbst sind.

Der Nachteil davon ist, dass recht wenig „los ist“ bei uns. Wir lieben Geschichten und Abenteuer, weil wir sie selbst so wenig erleben. Und auch das ist ein Grund dafür, dass wir immer wieder auch in andere Sternengefilde ausziehen und uns in Abenteuer stürzen. Wir haben nicht einmal Jahreszeiten bei uns! Und dann freuen wir uns auch wieder auf die Stille, die bei uns herrscht und den Frieden, die wunderschöne Flora und Fauna, mit der wir in engem Kontakt sind, weil auch sie als Teile unserer selbst wahrgenommen werden.

Da ich also kaum über Strukturen berichten kann, berichte ich über meine Wahrnehmung dessen, was sonst noch helfen kann, hier auf der Erde die Einheit des Seins wahrzunehmen und ein wahrhaftes Wir zu etablieren und zu erfahren.

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Der Weg der Mitte

eine Hand, die zwischen fallenden Dominosteinen steht und diese stoppt.

Folgenden Beitrag schreibe ich mit Zustimmung der Frau, um die es hier geht. Vielen Dank für diese Erlaubnis!

Ich schreibe aus dem Gefühl heraus, dass es nicht nur ihr so geht, sondern die eine oder andere Mutter und vielleicht ja auch der eine oder andere Vater vor ähnlichen Herausforderungen steht.

Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Frau, die meine Meinung hören wollte. Es ging um sie und ihren inzwischen jugendlichen Sohn. Ich sagte ihr, ich hätte keine Kinder und wäre mir daher nicht sicher, ob ich die richtige Ansprechpartnerin für sie sei. Doch sie meinte, dass ich vielleicht gerade deswegen die Richtige sein könne.

So erzählte sie mir, dass sie ihren Sohn sehr tolerant erzogen habe. In fast alle Entscheidungen war er schon als kleines Kind mit einbezogen. Inzwischen, so sagte sie mir, wäre ihr klar, dass Kinder in so jungen Jahren auch mächtig überfordert sein können, wenn sie alles mitentscheiden sollen. Es ist gut, als Elternteil auch einfach mal kurz und klar die Richtung anzugeben.

Es ist wie es ist. Das ist die Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Und nun hat sie mit den Auswirkungen zu tun. Ihr Sohn ist es gewohnt, seine Entscheidungen selbst zu treffen und darin unterstützt zu werden. Er hat nicht gelernt, dass es Grenzen gibt bzw. seine Mutter welche setzt. Jetzt wollte er etwas tun, was ihr gar nicht gefällt und wollte ihre Zustimmung und Mithilfe. Sie war nun also in der Situation, dass sie nicht mehr umhin konnte, etwas zu tun, was sie seit vielen Jahren zu vermeiden versuchte: Sie musste „Nein“ zu ihrem geliebten Sohn sagen.

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