Bayern oder auf der Suche nach Beständigkeit

ein Altar

Da wollte ich gestern nur eine kleine Runde durch den Wald drehen und – schwupps – war ich 3 Stunden unterwegs. Ich lief über Felder und Wiesen, sanfte Hügel unter weitem Himmel. All das kenne ich von Mecklenburg auch. Warum also fühlte ich mich hier so eigenartig? Irgendwie wie ein Alien. Ich versuchte die Energie, die mich umgab zu lesen. Doch es fühlte sich für mich nur fremd an. Und dann kam die Sonne aus den Wolken hervor und strahlte plötzlich so wie Gott in Kirchen gerne dargestellt wird. So hier:

Und da verstand ich … ich hatte vergessen, dass ich hier in einem zutiefst katholischen und konservativen Land bin.

Hier werden die Dinge konserviert, also beständig gehalten. Das maskuline Prinzip, Strukturen hervorzubringen, wirkt seitdem die weibliche Energie z.B. mithilfe der Hexenverbrennungen unterdrückt wird, ohne ein Gegengewicht zu haben. Das mitsamt der katholischen Gottesfürchtigkeit kann zu Unfreiheit und Abweisung derer führen, die anders sind.

Ich, die ich die Veränderung selbst und ausgesprochen schnell bin, hatte mir mehr Beständigkeit in meinem Leben gewünscht. Und da bin ich. Bin in Bayern gelandet, wo die Berge stehen. Sie sind ca. 30 km von mir entfernt. Die Berge stehen dort schon ziemlich lange und verändern sich nur sehr langsam. Das ist anders als das Meer in Mecklenburg. Die Ostsee ist ebenfalls die Veränderung pur. In jeder Sekunde sieht sie anders aus. An der Ostsee habe ich lange gelebt, um Freiheit in meinem Leben zu verwirklichen. Nun darf diese Freiheit Struktur bekommen.

Ich vermute, dass ich mit meiner Geschwindigkeit hier immer mal wieder auf Grenzen stoßen werde. Und ich vermute, dass es auch hier zu einem Ausgleich kommen wird. Das, was die bayrische Beständigkeit an Geschenken für mich bereit hält, werde ich gerne entgegen nehmen. Das, was ich mit meiner Veränderlichkeit, meinem freien Fließen an Geschenken für Bayern habe, möchte ich hier hineingeben.

Und es gibt noch einen Aspekt, der mir gestern aufgefallen ist. Die Weiblichkeit … fast auf der ganzen Erde, seit vielen Jahrtausenden unterdrückt, missbraucht, herab gewürdigt – sowohl durch Männer als auch von Frauen, ich beginne, sie wieder zu spüren. Ganz langsam macht sich diese Energie breit. Beständigkeit, die keine Veränderung zulässt, wird zu Härte. Die wiebliche Energie ist weich und fließend. Sie ist Freiheit und Einladung an das Andere. In Bayern empfinde ich das stärker als z.B. in Mecklenburg, im Ruhrpott oder Berlin. Es ist langsam hier und die Menschen sind nach oben verbunden (auch, wenn sie das Göttliche u.U. fürchten). Das heißt, dass neu einfließende Energien auch anders aufgenommen und umgesetzt werden als an Orten, wo es z.B. eben schnell ist.

Und da haben wir wieder ein Paradoxon … dort, wo Langsamkeit herrscht, kommt wirkliche Veränderung ggf. am schnellsten.

Wie heißt noch dieses chinesische Sprichwort: “Wenn du es eilig hast, dann mache einen Umweg.” ;)

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

Wenn du meine Texte nutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Bitte nenne mich (Tanja Richter - Seelen(t)raum - Selbstliebe als Weg) in diesem Fall als Autorin. Selbstverständlich freue ich mich auch über einen Link auf meinen Blog. Ich danke dir für deine Achtsamkeit!

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